Ryanair-Streik: Flugausfälle in NRW

Menschenleer ist ein Teil der Check-In-Schalter der irischen Airline Ryanair im Flughafen Weeze.

Ryanair-Streik: Flugausfälle in NRW

  • Streik bei Ryanair betrifft auch Passagiere in NRW
  • Flugausfälle in Köln/Bonn, Düsseldorf und Weeze
  • Piloten und Crewpersonal fordern mehr Gehalt

Wegen des ersten gemeinsamen Streiks von Piloten und Flugbegleitern bei Ryanair sind am Mittwoch (12.08.2018) in Nordrhein-Westfalen etliche Flüge ausgefallen. Am Flughafen Köln/Bonn hatte Ryanair 21 seiner geplanten 56 Starts und Landungen gestrichen. In Weeze fielen zwölf der 28 Ryanair-Flüge von und nach Weeze aus.

Ausstand bis Donnerstagmorgen

In Düsseldorf war die Fluggesellschaft Laudamotion, für die Ryanair einzelne Verbindungen übernommen hat, vom Streik betroffen. Vier Flüge aus und nach Spanien wurden nach Angaben des Airports gestrichen.

Der Flughafen Dortmund meldete keine gestrichenen Ryanair-Flüge. Der Ausstand sollte bis Donnerstag (13.09.2018) um 02.59 Uhr dauern.

Umbuchung oder Rückerstattung

Die betroffenen Passagiere sind laut Ryanair am Dienstagnachmittag informiert worden. Sie könnten kostenfrei umbuchen oder den Ticketpreis zurückerhalten. Darüber hinausgehenden Schadenersatz lehnt die Gesellschaft unter Hinweis auf EU-Recht ab und lässt es in dieser Frage auf einen Prozess mit dem Flugrechteportal AirHelp ankommen.

Ryanair-Streik: Gut zu wissen

WDR 2 Zugabe - Beiträge | 26.07.2018 | 02:26 Min.

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Peter Bellew, Chief Operations Officer bei Ryanair, deutete an, dass Stellen gekürzt werden könnten, sollte es weitere Pilotenstreiks geben: "Wenn unser Geschäft dadurch weiter Schaden nimmt, dann müssen alle Standorte geprüft werden."

Deutliche Gehaltsunterschiede

Die Arbeitnehmervertreter zeigten sich davon unbeeindruckt. Markus Wahl von der Vereinigung Cockpit pocht auf die Kernforderungen: "Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen. Und zwar gar nichts Abgehobenes, sondern hier geht es um einen geregelten Urlaubsanspruch, um Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle."

Es geht auch um die Angleichung des Gehalts, das deutlich unter dem liegt, was bei anderen Fluglinien gezahlt wird. So liegt das Einstiegsgehalt eines Co-Piloten bei Ryanair bei 2.000 Euro, bei Eurowings sind es etwa 4.000 Euro.

Piloten und Crew streiken erstmals gemeinsam

Um das Gehalt geht es auch bei den Flugbegleitern. Während Crewmitglieder bei Ryanair zwischen 900 und 1.700 Euro verdienen, plus Flugzulage, bewegt sich das vergleichbare Einkommen bei Eurowings zwischen 1.800 und 3.700 Euro, ebenfalls plus Flugzulage.

Durch den On-Board-Verkauf können die Gehälter jeweils aufgebessert werden. Um das zu ändern, streiken die Flugbegleiter am Dienstag bei Ryanair erstmals gemeinsam mit den Piloten.

Stand: 12.09.2018, 20:00

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