Phoenixsee Dortmund: Nebeneinander statt Miteinander

Wie funktioniert das Zusammenleben am Phoenix-See in Dortmund? 03:42 Min. Verfügbar bis 29.04.2020

Phoenixsee Dortmund: Nebeneinander statt Miteinander

Von Till Krause

  • Zweite Staffel der Serie "Phoenixsee" startet
  • Serie thematisiert auch Zusammenleben
  • Realität: Kein richtiges Miteinander in Hörde

Die zweite Staffel der Serie "Phoenixsee" startet am Montag (29.04.2019) im WDR-Fernsehen. In der Serie geht es unter anderem um Probleme zwischen Alt- und Neu-Hördern. Die Serie ist zwar fiktiv, aber ganz rund läuft das Zusammenleben in dem Dortmunder Stadtteil auch in der Realität nicht.

Zusammenleben eher Nebeneinander

"Das Zusammenleben ist ein Nebeneinander, kein Miteinander", sagt ein Alt-Hörder. Eine Sozialstudie, die im Auftrag der Stadt Dortmund erstellt wurde, kommt zu einem ähnlichen Ergebnis.

In der ersten Staffel der Serie kommt es zu einigen Konflikten zwischen Alt- und Neu-Hördern. Die gebe es in der Realität meist aber nicht. Viele Anwohner beschreiben das Zusammenleben als konfliktloses Nebeneinander.

Unterschiede zwischen Alt- und Neu-Hördern

Die genauen Ursachen dafür sind unklar. Laut Experten gibt es zu wenige Kontaktmöglichkeiten für alteingesessene und neu hinzugezogene Hörder.

Viele geben aber auch der Faßstraße eine Mitschuld. Die viel befahrene Straße liegt genau zwischen Alt-Hörde und dem See - fast wie eine Grenze.

Außerdem finden einige Hörder, dass die beiden Gruppen zu unterschiedlich sind: "Da treffen zwei Welten aufeinander", sagt eine See-Anwohnerin. In Alt-Hörde leben viele ehemalige Stahlarbeiter, in Neu-Hörde eher wohlhabende Menschen, die von außerhalb hergezogen sind.

Erfolgsrezept: Feste feiern

Es haben sich aber auch schon Freundschaften zwischen Alt- und Neu-Hördern entwickelt - zum Beispiel in der Kirchengemeinde von Pfarrer Martin Pense. Sein Erfolgsrezept: Gemeinsam Gottesdienste und Feste feiern.

Im erfolgreichen Zusammenleben sieht Pense eine große Chance: "Durch Gemeinschaft kann man viele Missstände hier in Hörde angehen." Als Beispiel nennt er Armut: Die Hörder Tafel hat an drei Tagen in der Woche geöffnet. Aber auch am See gibt es Probleme: Dort sorgen Besuchermassen für Lärm und Müll.

Stand: 29.04.2019, 08:01