Viele Gespräche zu Verschwörungsmythen bei Sekten-Info

Über Collage liegt rot-weißes Absperrband mit Aufschrift 'Verschwörung'.

Viele Gespräche zu Verschwörungsmythen bei Sekten-Info

Während der Corona-Pandemie haben sich Verschwörungsmythen stark verbreitet. Die Sekten-Info hat zu dem Thema sehr viele Beratungsgespräche geführt. Das geht aus ihrem Jahresbericht hervor.

Vier Mal so viele Beratungsgespräche wie im Jahr davor hat die Sekten-Info mit Sitz in Essen zum Thema Verschwörungsmythen geführt. Das geht aus ihrem Jahresbericht 2020 hervor. Es habe keinen Tag ohne ein solches Beratungsgespräch gegeben. Sehr oft hätten sich Familienangehörige gemeldet und über seltsame Ansichten von Eltern und Ehepartnern berichtet.

Unzählige Verschwörungsmythen zu Corona im Umlauf

Corona habe die Anzahl an Verschwörungstheorien und die damit verbundenen Probleme explodieren lassen. So habe es häufig beispielsweise geheißen, dass das Virus eine riesige Verschwörung sei, um die Bevölkerung mit der neuen Mobilfunktechnologie 5G und Zwangsimpfungen zu kontrollieren. „Bei der Impfung werden Mikrochips implantiert“, zitiert die Sekten-Info NRW als ein weiteres Beispiel für Themen.

Über 60-Jährige besonders betroffen

Insbesondere Angehörige von betroffenen Verschwörungsgläubigen haben sich bei der Beratungsstelle gemeldet. Sie hätten unter anderem eine „Gehirnwäsche“ befürchtet, heißt es von der Beratungsstelle. Die betroffenen Personen seien oft über 60 Jahre alt gewesen.

Schon 2019 viele Beratungsgespräche

Bereits in ihrem Jahresbericht 2019 hatten sich die Beratungsfälle der Sekten-Info zu Verschwörungstheorien verdoppelt. Laut der Beratungsstelle machten sich schon damals viele Sekten die Unsicherheit durch das Coronavirus zunutze.

Mögliche Ursache für Verschwörungsanhänger

Laut der Sekten-Info NRW leiden viele Menschen durch die Corona-Krise unter Ängsten. Gefühle wie Machtlosigkeit seien ideal für das Entstehen von Verschwörungstheorien. Diese würden vermeintliche Erklärungen für das Unerklärliche bieten. Das Gefühl, den Durchblick zu haben, sei für Betroffene dann entlastend.

Für Betroffene aber auch Angehörige steht die Sekten-Info NRW in Essen beratend zur Seite. Unter anderem kann dort über den Umgang mit Verschwörungymythen gesprochen werden.

Stand: 22.04.2021, 15:45