Duisburg: "Zoo Zajac" wettert gegen Gewerkschaften

Roter Banner über dem Duisburger "Zoo Zajac"

Duisburg: "Zoo Zajac" wettert gegen Gewerkschaften

"Zoo Zajac" in Duisburg gilt als eines der größten Zoogeschäfte der Welt. Exotisch, gefährlich, klein oder monströs: Hier findet man alles, was man in den eigenen vier Wänden halten kann. Geschäftsführer Norbert Zajac wettert nun ziemlich heftig gegen Gewerkschaften, weil sie die geplanten verkaufsoffenen Sonntage gekippt haben.

Unverständnis bei Kunden

Vor dem Zoogeschäft liest man jetzt: "Gewerkschaften zerstören den Einzelhandel! Wir dürfen Sonntags nicht arbeiten um unsere Existenz zu schützen. Wer Gewerkschaften unterstützt, ist gegen freie Marktwirtschaft!"

Einige Kunden sehen das anders: "Er zerstört seinen eigenen Ruf mit solchen Aussagen" oder "Die Gewerkschaft ist ja zum Helfen da und nicht zum Zerstören", heißt es zum Beispiel.

"Herbe Verluste" durch Corona

Im Lockdown war das Geschäft von Norbert Zajac weiter geöffnet. So wurden viele Haustiere verkauft; teilweise waren Hundewelpen sogar ausverkauft. Der Geschäftsführer spricht allerdings von herben Verlusten.

Man erhole sich gerade, so Zajac, "und dann werden die verkaufsoffenen Sonntage verboten, das heißt, die Leute kaufen weiterhin im Netz ein und fahren nach Holland, weil da ist sonntags immer offen. Wir liegen 40 Kilometer von Holland, das ist also Grenzgebiet, für ein Auto sind das 20 bis 25 Minuten. Die Kunden sind alle weg und geben ihr Geld im Ausland aus."

Sonntagstermine durch Verdi gekippt

Der Hintergrund: Verdi hatte durch eine Klagedrohung die beantragten Sonntagstermine gekippt. Für die Gewerkschaft ziehen die Argument "Online-Handel" und "Flucht in die Niederlande" nicht, es müsse an anderen Stellschrauben gedreht werden.:

"Man muss sich im stationären Einzelhandel ein Stückweit vom Online-Handel absetzen. Das mache ich durch vernünftige Beratung, durch eine ausreichende Beschäftigtenzahl, durch gut ausgebildete Beschäftigte, das mache ich aber auch, indem ich eine Innenstadt attraktiv gestalte – dass die Leute gerne dahin gehen – und nicht durch eine Sonntagsöffnung", sagt Verdi-Sprecher Martin Petig.

Stand: 19.10.2020, 19:39