Tatort Duisburger Hafen: Schlag gegen Container-Diebe

ARCHIV - 06.05.2016 Duisburg: Container werden im Containerterminal von Logport im Duisburger Hafen von einem Kran auf die richtigen Positionen gebracht.

Tatort Duisburger Hafen: Schlag gegen Container-Diebe

  • Über Monate Diebstähle aus Transport-Containern
  • Elf Tatverdächtige ermittelt
  • Akribische Spurensuche von Polizei und Zollfahndung

Eine Strecke von mehr als 11.000 Kilometern haben die Containerzüge aus China zurückgelegt, wenn sie am Duisburger Hafen ankommen. Die sogenannte Neue Seidenstraße ist ein Prestigeprojekt der chinesischen Regierung. Doch nicht alle Waren kamen am Bestimmungsort an.

Hafenarbeiter sollen seit August 2017 Laptops, Drucker, Ventilatoren und Gartengeräte aus den Containern gestohlen haben.

Lange Ermittlungen

Der Polizei und dem Zoll haben den Fall offenbar geklärt. 11 mutmaßliche Täter wurden im November festgenommen. Danach dauerten die Ermittlungen aber noch an, wie die Behörden am Samstag (16.03.2019) in Duisburg mitteilten.

Hinter der Polizei Duisburg und der Zollfahndung Essen liegen Monate mühevoller Kleinstarbeit: Überprüfung der Sicherheitstechnik, Tatortanalysen, Spurensicherung, Auswertungen von GPS sowie Funkzellendaten, Zeugenbefragungen und der Einsatz von Observationsteams führten schließlich zum Erfolg.

Täter bei Speditionsfirmen angestellt

Die mutmaßlichen Täter waren bei Speditions- und Logistikfirmen angestellt, die auf dem Container-Umschlagbahnhof des Duisburger Hafens tätig sind. Daher waren die Tatverdächtigen mit Ladeprozessen vertraut. Lange sei unklar gewesen, "ob und in welchem Ausmaß Hintermänner und Auftraggeber existieren", sagte Duisburgs Polizeipräsidentin Elke Bartels.

Ware übers Internet verhökert

Bandenmäßiger Diebstahl war es nach Einschätzung der Ermittler nicht. Vielmehr agierten die mutmaßlichen Täter eher unabhängig voneinander. Mitunter halfen sie sich auch gegenseitig: So rief einmal ein Kranführer einen anderen Beschäftigten im Hafen herbei, der mit seinem Lieferwagen vorfuhr und das Diebesgut einlud.

Teilweise verkauften die Täter die Ware über das Internet, teilweise ging sie an zwei Duisburger Hehler. Diese wurden ebenfalls festgenommen.

Chinesische Besucher beeindruckt

Ein besonderes Interesse an dem Ermittlungserfolg und der sehr aufwendigen elektronischen Sicherung der Zugcontainer hatte eine chinesische Delegation, die Ende Februar nach Duisburg gereist war. Darunter war auch der Polizeipräsident und zugleich stellvertretende Bürgermeister der Millionenstadt Chongqing.

"Die Besucher zeigten sich beeindruckt von der akribischen Ermittlungsarbeit der deutschen Behörden", heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung der Polizei Duisburg und der Zollfahndung Essen.

Stand: 16.03.2019, 13:52