Untreue-Verdacht bei Duisburger Sozialdienstleister

Untreue-Verdacht bei Duisburger Sozialdienstleister

Von Benjamin Sartory

  • Ermittlungen rund um ZOF ausgeweitet
  • Elf Personen unter Verdacht
  • ZOF-Chef weist Vorwürfe zurück

Der ehemalige Geschäftsführer des Duisburger Sozialdienstleisters ZOF wird verdächtigt, zwei Millionen Euro veruntreut zu haben – unter anderem für private Reisen. Er ist laut Staatsanwaltschaft überwiegend geständig. Der Mann wurde deshalb unter Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen.

Verdacht auch gegen jetzigen Chef

Mittlerweile wird gegen zehn weitere Personen ermittelt. Dem Anfangsverdacht nach sollen sie von den veruntreuten Geldern gewusst und teilweise selbst profitiert haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb wegen Beihilfe zur Untreue gegen sie.

Unter ihnen sind ehemalige Geschäftspartner und Vereinsfunktionäre, aber nach WDR-Informationen auch der jetzige Geschäftsführer des Duisburger Sozialdienstleisters. Er ist der Bruder des Hauptverdächtigen.

ZOF will Ermittlungen unterstützen

Auf Anfrage wies der aktuelle ZOF-Chef die Vorwürfe zurück. Man wolle die Behörden bei der Aufklärung unterstützen. Mittlerweile habe der gemeinnützige Verein ein verschärftes Kontrollsystem installiert. Dazu gehören nach seiner Aussage unter anderem ein 4-Augenprinzip und klarere Absprachen zwischen Vereinsvorständen und Geschäftsführung.

Zu den Aufgaben von ZOF gehören unter anderem Jugendhilfe, Flüchtlingsbetreuung und Integrationsarbeit. Der Verein wurde 2004 gegründet und vor allem im Zusammenhang mit der Betreuung von Armutszuwanderern aus Rumänien und Bulgarien auch außerhalb Duisburgs bekannt.

Die Aufträge erhält ZOF von der öffentlichen Hand, unter anderem auch von der Stadt Duisburg. Die reagierte zurückhaltend auf die neuen Vorwürfe. Man müsse das Ergebnis der Ermittlungen abwarten.

Stand: 03.08.2018, 11:38