Ditib-Moschee in Duisburg wird zehn Jahre alt

Ditib-Moschee in Duisburg wird zehn Jahre alt

  • Merkez-Moschee in Duisburg feiert Geburtstag
  • Im Stadtteil Marxloh am 26. Oktober 2008 eröffnet
  • Ditib-Moschee ist eine der größten Deutschlands

Als eine der größten Moscheen Deutschlands ist die Duisburger Merkez-Moschee vor zehn Jahren, am 26. Oktober 2008, in Marxloh eröffnet worden. Und zwar feierlich, mit Menschen aus allen Teilen der Stadtgesellschaft und mit Vertretern der christlichen Kirchen – ganz im Gegensatz zu ihrer Kölner Schwester.

"Das Wunder von Marxloh" sollte sie sein

6.000 Menschen feierten damals die Eröffnung der Merkez-Moschee in Marxloh mit ihrem beeindruckenden osmanischen Kuppelbau. Transparent und offen – "Das Wunder von Marxloh“ sollte sie sein. Auf eine vorzeigbare Moschee hatten Muslime in NRW lange gewartet – weg von den Hinterhöfen, in denen sie sonst ihren Glauben lebten.

Ditib-Moschee in Duisburg wird zehn Jahre alt

Hülya Ceylan ist Sprecherin der Ditib-Moschee in Duisburg

Heute hat sich die Moschee zu einer Attraktion im Ruhrgebiet entwickelt – tausende Touristen und Gläubige sind angezogen von der besonderen Strahlkraft der Moschee. "Es ist der Stolz der Menschen im Ruhrgebiet und der Duisburger", sagt die Sprecherin Hülya Ceylan.

Misstrauen seitens der Moschee gegenüber Medien wächst

Doch was ist geblieben von dem Wunsch nach Transparenz und Dialog? Das Misstrauen seitens der Moschee gegenüber den Medien wächst - das bestätigt auch der Politikwissenschaftler und Historiker Ismail Küpeli. "Das hat viel mit den politischen Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei zu tun, die sich in den letzten Jahren zugespitzt haben", sagt Küpeli.

Vorwurf: "Verlängerter Erdogan-Arm"

Blick auf die Merkez-Moschee in Duisburg

Rund 1.200 Betende haben Platz im Kuppelsaal. Der Andrang ist oft größer. Aber es hat sich etwas verändert. "Früher hat es niemanden gestört, dass die Imame aus der Türkei nach Deutschland kamen. Heute werden wir plötzlich gefragt: Schreibt Euch Erdogan die Freitagspredigten?", schildert Hülya Ceylan. Kritiker werfen dem Bundesverband vor, verlängerter Erdogan-Arm zu sein. Spitzel-Dienste für Ankara und Berichte über die Prüfung einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz haben hohe Wellen geschlagen. Und die spürt man bis ins Ruhrgebiet. Es werde viel pauschalisiert, moniert Ceylan, in Moschee und Begegnungsstätte für die Dialog- und Bildungsarbeit zuständig.

Ditib-Moscheen sind der türkischen Regierung untergeordnet

Die Ditib-Moscheen sind als Verband der türkischen Regierung untergeordnet. So steht es in ihrer Vereinssatzung. "Das was in den Moscheen gesagt und getan wird, kann nicht geschehen ohne eine Freigabe aus Ankara", so Ismail Küpeli. Die umstrittene Moschee-Eröffnung in Köln Ende September 2018 symbolisiere auch die Beendigung der Öffnung zur Deutschen Gesellschaft, so Küpeli weiter. Das könne man durchaus auch auf die Moschee in Duisburg beziehen.

Stand: 26.10.2018, 09:27