Illegales Wohnen im Gewerbegebiet in Dortmund-Dorstfeld?

Wohngebiet in Dortmund-Dorstfeld

Illegales Wohnen im Gewerbegebiet in Dortmund-Dorstfeld?

  • 18 Menschen sollen illegal wohnen
  • Stadt fordert Auszug innerhalb von drei Monaten
  • Mieter und Eigentümer überrascht und aufgebracht

Einige der Mieterinnen und Mieter nutzen ihre Wohnungen schon Jahrzehnte, sie wohnen gerne im Gewerbegebiet Dorstfeld-West. Dann kam Post von der Stadt Dortmund: Sie würden dort illegal wohnen. Das hat sie überrascht und aufgeregt.

Barbara Hartwich lebt seit 30 Jahren im Gewerbegebiet und will bleiben. Sie ist erschüttert: "Alle, die hier betroffen sind, ich denke, dass kann ich für alle sagen, denen geht es richtig schlecht. Man schläft kaum noch. Man steht morgens auf und denkt, meine Güte. Wir möchten bleiben. Wir möchten auch darum kämpfen. Wir würden auch nicht klaglos weggehen. Es ist unser zu Hause".

Ordnungsverfügungen an Mieter

Hausfassade mit zwei Fenstern

Die Stadt Dortmund begründet die Aufforderung zum Auszug mit der Tatsache, dass in Gewerbegebieten nur Betriebsangehörige wohnen dürfen. "Allgemeines Wohnen" ist dort nicht erlaubt. Im April hatte die Stadt diese Ordnungsverfügungen an alle Mieterinnen und Mieter geschickt. Die Schreiben belehren auch über die rechtlichen Möglichkeiten wie beispielsweise den Klageweg.

Ordnungsgeld von 2.000 Euro angedroht

Den Mieterinnen und Mietern wird für jeden Monat, den sie nach der Auszugs-Aufforderung bleiben ein Ordnungsgeld von 2.000 Euro angedroht. Ärgerlich ist für die Hauseigentümer, das sie ihre Immobilien gekauft hatten ohne zu wissen, dass sie nicht vermieten dürfen.

Aufgefallen war die Situation durch einen Bewohner im Gewerbegebiet. Er hatte sich bei der Stadt wegen der "Emissonen" beschwert. Die Bauaufsicht rückte aus, kontrollierte den Gewerbebetrieb. Da war alles okay. Doch dann kam raus, dass die Wohnbebauung nicht genehmigt ist, so Ludger Wilde, SPD, Dezernent für Bauen und Wohnen.

Stadt rechnet mit einzelnen Härtefällen

Die Stadt Dortmund betont aber, dass jeder einzelne Fall geprüft werde und dass es möglicherweise zum Bestandsschutz für einige Alt-Mieter kommen könnte. Die Kritik, warum erst die Ordnungsverfügungen an alle - auch die langjährigen Mieterinnen und Mieter geschickt wurden - ohne im Detail zu prüfen, erklärt Dezernent Wilde: "Es war nicht offensichtlich; wir sind davon ausgegangen, dass dort erst seit kurzen gewohnt wird. Wir werden prüfen, ob in einzelnen Härtefällen anders entschieden werden kann."

Stand: 21.05.2019, 14:07