Kleingärten im Ruhrgebiet könnten Wohnhäusern weichen

Blaue Hütte in einem Kleingarten.

Kleingärten im Ruhrgebiet könnten Wohnhäusern weichen

  • Kleingärtner fürchten um ihre Parzellen
  • Städte benötigen Bauland
  • Essen plant gemeinsames Konzept mit Pächtern

Das Bauland im Ruhrgebiet ist knapp. In verschiedenen Stadtverwaltungen gibt es daher Überlegungen, Kleingartenanlagen in Wohnraum umzuwandeln. Kleingärtner sorgen sich um ihre Parzellen, die sie teilweise seit Jahrzehnten pachten.

Die Stadt Mülheim schließt nicht aus, für neuen Wohnraum auf die Gartenflächen zurückzugreifen. Dort gibt es insgesamt 23 Kleingartenvereine mit über 1200 Parzellen. In einem konketen Fall im Stadtteil Broich könnten zwölf Parzellen einer Anlage betroffen sein.

Kleingärtner starten Petition

Die Mülheimer Kleingärtner haben eine Petition gestartet, um sich bei den Kommunalpolitikern Gehör zu verschaffen. Und das ist gelungen. "Wir haben die Fraktionen und die Verwaltung angeschrieben. Und dadurch, dass wir eine Petition mit 2642 Unterschriften gestartet haben, sind wir wahrgenommen worden", freut sich die Verbandsvorsitzende Hildegard Wagner.

Konkrete Pläne sind bisher aber nicht bekannt. Die Stadt Essen will mit den Kleingärtnern erst ein gemeinsames Konzept erstellen. Dort umfassen die Schrebergärten rund 300 Hektar.  

Stand: 28.02.2019, 09:29

Kommentare zum Thema

11 Kommentare

  • 11 Thorsten 01.03.2019, 07:38 Uhr

    Das ist die Kehrseite der Zuwanderung.

  • 10 Thorsten 01.03.2019, 07:17 Uhr

    Dieser Kommentar wurde mehrfach abgegeben und daher an dieser Stelle gesperrt. (die Redaktion)

  • 9 Limoab 28.02.2019, 21:07 Uhr

    Auch in der Kölner Verwaltung sind wohl diese " Gedanken" nicht mehr tabu. 14.000 Kölner Kleingärtner wehret den Anfängen.

  • 8 Mich@ 28.02.2019, 17:48 Uhr

    Bauland knapp? Quatsch! Nur will die Wirtschaft die kontermenierten Flächen nicht sanieren das ist Ihnen zu teuer. Und die Verursacher meist große Konzerne lehnen es ab ihre Hinterlassenschaften zu beseitigen. Also neue Flächen zubetonieren und die alten verseuchten Flächen sich selbst überlassen. Jetzt machen sich die „Heuschrecken“ über das Kulturerbe der Kleingärten her.

  • 7 Denise 28.02.2019, 16:29 Uhr

    Ja wir brauchen Wohnraum ... aber zu Lasten der Kleingärten, wo sich eine Vielfalt von Flora und Fauna bildet und lebt ?? Wo war da der Gedanke von NATURSCHUTZ und Klima und AÖLEM andren? So viele Ausgleichsflächen kann keine Stadt schaffen!

  • 6 Anonym 28.02.2019, 15:08 Uhr

    Sollte das wirklich so kommen wäre das ein Armutszeugnis für die Städte. Zum einen ist es erwiesen, dass Grünflächen in Städten für Abkühlung sorgen - der Klimawandel ist längst im Gange und da ist jede Freifläche in den Städten unbezahlbar - und zum anderen sollen sich die Menschen in den Städten wohlfühlen. Wenn aber alles zubetoniert ist hat niemand was davon. Hier in Düsseldorf gibt es (z.T. seit Jahren) leerstehende Bürogebäude die man mit Sicherheit in Wohnraum hätte umwandeln können. Oder man hätte sie einfach abreißen sollen um dann dort Wohnungen zu bauen. Aber statt dessen lässt man die Gebäude verfallen und baut - welch ein Irrsinn - lieber neue Bürogebäude, die dann auch nicht komplett belegt sind. Und natürlich sollte konsequent dagegen vorgangen werden, dass Wohnungen als Ferienunterkünfte vermietet werden. Das ist ein absolutes No-Go und gehört unter Strafe gestellt. Aber leider ist der Gesetzgeber hier ja nicht gewillt einzuschreiten. Schade!

  • 5 Heinz Baranski 28.02.2019, 15:04 Uhr

    Bei mir im Kleingarten in Oberhausen sind unsere Kinder und danach der Enkel groß geworden , an sich eine schöne Sache aber sind wir mal ehrlich , Wohn u ngsmangel erfordert neue Wege , um diesen zu beheben und gehen wir zurück in det Vergangenheit , da wurden angebaut Obst und Gemüse und auch Kartoffeln in der damals vorhgesehenen kleingärtnerischen Nutzung , wie es gemäß BKleingG vorsieht , nun die ehemaligen Pächter sind nun weg und die neue Generation denkt wohl auch mehr an Freizeit und Grillen als Beete und Gemüse, an Swimmigpool und große Wiese im Garten , so sehe ich es auch in vielen Kleingärte, sie verkommen zu Freizeitgärten . Das ist und war nicht der Sinn des Bundeskleingartengesetz von Anfang an, aber viele Vereinsvorstände machen nichts dagegen . Da spielt auch die vorgeschriebene Drittelregelung laut BKleinG keine Polle.

  • 4 Anonym 28.02.2019, 14:51 Uhr

    Das ökologische Potenzial (Stichwort Artenvielfalt, Mikroklima) von Kleingärten ist groß. Da kann man besser Ackerflächen bebauen (Stichwort: Mais-Monokulturen) und in den zu erstellenden Bebauungssplaenen ein Verbot von Steinwüsten vorschreiben. Das Verbot von Schotterflächen ist Klimaschutz, der nichts kostet. Ein letztes: Nimmt man Unkrautvernichtingsmittel für den Privatmann aus dem Handel, wäre schon viel gewonnen.

  • 3 Gabriele Spieker 28.02.2019, 14:25 Uhr

    Diese Debatte finde ich sehr beängstigend, ja, wir brauchen Wohnraum, aber doch bitte nicht auf Kosten der Erholungsgebiete! Wir lebten zu viert auf 65qm ohne Balkon. Unser Kleingarten war unser Urlaubsgebiet und Treffpunkt für die ganze Familie. Und vielen Familien in Städten geht es ebenso. Es gibt sicherlich andere Möglichkeiten. Was ist mit leerstehenden, vernachlässigten Häusern und Firmensitzen, die nicht mehr genutzt werden? Kleingartenanlagen sind auch grüne Lungen und versorgen ihre Pächter. Ich wünsche mir eine Alternative!

  • 2 Lotte 28.02.2019, 14:15 Uhr

    Ich wünsche den Kleingärtnern viel Erfolg mit ihrer Petition. Es sollte nicht das letzte Fitzelchen Grünland verschwinden, weil zugebaut.

  • 1 MerkwürdigerFragensteller 28.02.2019, 13:58 Uhr

    In Essen "Steingärten" verbieten wollen und im Gegenzug zig mal größere wichtige Frischluftschneisen und Grünflächen (Schrebergärten) mit Großprojekten bebauen? Das kann mal wieder nicht deren Ernst sein...