Tödlicher Fenstersturz: Erfolg für Bochumer Witwe vor dem BGH

Der Bundesgerichtshof

Tödlicher Fenstersturz: Erfolg für Bochumer Witwe vor dem BGH

Ein Pflegeheim muss seine Bewohner vor Gefahren schützen, die sie nicht beherrschen können. Das hat der Bundesgerichtshof nach dem tödlichen Fenstersturz eines Heimbewohners in Bochum entschieden. Die Witwe hatte das Heim auf Schmerzensgeld verklagt.

Der hochgradig demente 64-jährige Mann hatte in dem Heim ein Zimmer im Dachgeschoss bekommen. Dessen Fenster waren nicht gesichert und leicht zu öffnen. Er öffnete das Fenster, stürzte in die Tiefe und verstarb an seinen Verletzungen.

Witwe fordert 50.000 Euro Schmerzensgeld

Die Fenster waren nicht gesichert und leicht zu öffnen. Es war bekannt, dass der Mann sehr unruhig war und eine Tendenz zur Selbstgefährdung hatte. Er hätte deshalb nicht in diesem Zimmer untergebracht werden dürfen, entschied der Bundesgerichtshof. Die Witwe fordert mindestens 50.000 Euro Schmerzensgeld von dem Heim.

Krankheitsbild soll neu bewertet werden

Der Sachverhalt sei bisher nicht ausreichend gewürdigt worden, heißt es vom BGH in Karlsruhe. Das Oberlandesgericht in Hamm hatte die Klage der Witwe zunächst abgewiesen. Es muss jetzt erneut darüber entscheiden. Im neuen Verfahren soll das gesamte Krankheitsbild des Mannes bewertet und möglicherweise auch Sachverständige hinzugezogen werden.

Stand: 14.01.2021, 14:24