Machtkampf bei Amazon

Machtkampf bei Amazon

Von Kay Bandermann

  • Gewerkschaft setzt Streikserie bei Amazon fort
  • Bisher keine spürbaren Auswirkungen für Kunden
  • Höhepunkt im Weihnachtsgeschäft erwartet


Im Amazon-Warenlager in Werne und an vier weiteren Standorten machen Beschäftigte am Dienstag (02.10.2018) wieder einen Warnstreik. Die Gewerkschaft ver.di. setzt damit ihre Politik der Nadelstiche fort.

Seit Jahren fordert ver.di von Amazon, die Mitarbeiter nach dem Tarif für den Groß- und Außenhandel zu bezahlen. Der US-Konzern lehnt das ab, weil er sich als Logistikunternehmen sieht. Das Problem der Gewerkschaft: Der Organisierungsgrad – und damit die Zahl der Streikenden - reicht nicht, um Amazon in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen.

Amazon vollzieht Imagewandel

Viele Amazon-Beschäftigte waren vorher arbeitslos oder haben einen Migrationshintergrund. Bei ihnen besteht häufig kein großes Interesse, einer Gewerkschaft beizutreten.

Zudem hat das Management längst eine Imagewende vollzogen – vor allem nach innen. Betriebsfeste, Gesundheitsförderung oder auch ein interner Videoblog sollen die Identifikation mit dem Unternehmen Amazon stärken. Betriebsratswahlen werden gezielt unterstützt und die Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmervertretung gepflegt.

Weitere Streiks im Weihnachtsgeschäft

Die Gewerkschaft gibt trotzdem nicht auf. Amazon ist für sie ein Präzedenzfall und wegen der öffentlichen Bekanntheit genau richtig, um die Forderung durchzusetzen.

Im Weihnachtsgeschäft dürfte dieser Machtkampf bei Amazon den Höhepunkt erreichen. Dann drohen weitere Streiks. Das ist für das Unternehmen die wichtigste Zeit des Jahres.

Machtkampf bei Amazon

00:24 Min.

Stand: 01.10.2018, 20:06