Quartalszahlen: Hohe Verluste bei Thyssen-Krupp

Rohstahlrollen im Stahlwerk von Thyssen-Krupp in Duisburg

Quartalszahlen: Hohe Verluste bei Thyssen-Krupp

Von Denise Friese

  • Thyssen-Krupp legt Quartalszahlen vor
  • 400 Millionen Euro weniger Gewinn als erwartet
  • Keine genauen Angaben zu geplantem Stellenabbau

Der Essener Konzern Thyssen-Krupp hat am Donnerstag (08.08.2019) seine aktuellen Quartalszahlen veröffentlicht. Mit den Zahlen für das dritte Quartal musste Thyssen-Krupp-Chef Guido Kerkhoff die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr um 400 Millionen Euro nach unten korrigieren. Die Gewinnaussichten liegen damit bei unter einer Milliarde Euro.

Ursache: Geplatzte Tata-Fusion

Hintergrund ist die im Mai geplatzte Fusion in der Stahlsparte mit dem Konzern Tata-Steel. Die negativen Zahlen aus dem Stahlbereich schlagen nun auf die Bilanz des gesamten Thyssen-Krupp-Konzerns.

Stahlfusion geplatzt: Wie geht es für die Mitarbeiter weiter?

WDR 5 Morgenecho - Interview 11.05.2019 05:46 Min. Verfügbar bis 10.05.2020 WDR 5

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Teilverkäufe werden deshalb geprüft. Zudem ist seit der geplatzen Fusion bekannt, dass 6.000 Stellen gestrichen werden sollen.

Weiter Unklarheit zu Stellenabbau

Die erwarteten Konkretisierungen der Pläne für den Stellenabbau wurden am Donnerstag zunächst nicht genannt. Klar ist nur, dass 2.000 Jobs im Bereich Stahl wegfallen sollen.

Eine konkrete Folge aus der Krise wurde allerdings bekannt: Compliance-Vorstand Donatus Kaufmann wird Ende September einvernehmlich gehen. Er wolle mit Blick auf die Neuausrichtung mit gutem Beispiel vorangehen, so Kaufmann.

Thyssen-Krupp-Chef Guido Kerkhoff verbreitet - trotz der Krise - auch Optimismus: Die bereits seit Mai angestrebte Strategie zur Neuausrichtung komme gut voran. Der Börsengang der profitablen Aufzugssparte werde im nächsten Jahr angestrebt - es gebe aber auch Interesse von Investoren.

Stellenabbau trifft Stahlstandorte

Beim Stellenabbau in der Stahlsparte wird erwartet, dass vor allem die Standorte in Duisburg, Bochum und im Siegerland betroffen sein werden. Sogar betriebsbedingte Kündigungen sind möglich.

Die Arbeitnehmervertreter haben bereits zusammen mit der IG Metall Widerstand angekündigt. Statt Schnellschüssen brauche man "eine Perspektive nach vorn", sagte Stahlbetriebsratschef Tekin Nasikkol.

Experte: Strategie sei "nicht die Lösung"

Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sieht noch keine sichere Perspektive für Thyssen-Krupp. Die Aufzugssparte an die Börse zu bringen und 6.000 Stellen abzubauen, das sei "allein nicht die Lösung".

Die Thyssen-Krupp-Aktie ist seit Monaten auf Talfahrt und hat ein Mehrjahrestief erreicht. Dem einstigen Stahlriesen droht sogar der Abrutsch in den MDax.

Stand: 08.08.2019, 09:08