Experiment von Dortmunder Studenten: WhatsApp-Talkshow

Die Gäste der WhatsApp-Talkshow sitzen im TV-Studio und schauen auf ihre Handys.

Experiment von Dortmunder Studenten: WhatsApp-Talkshow

Von Till Krause

  • Talk-Gäste chatten, statt zu sprechen
  • Grenzen der digitalen Kommunikation austesten
  • Sendung bleibt einmaliges Experiment

Studierende der TU Dortmund haben als Medienexperiment eine WhatsApp-Talkshow produziert. Der Unterschied zur normalen Talkshow: Die Gäste durften nicht reden, sondern nur per WhatsApp chatten. Am Donnerstagabend (07.03.2019) lief die Talkshow auf dem TV-Lernsender NRWision.

Über Kommunikation nachdenken

Das Ziel des Experiments: Gäste und Zuschauer sollten zum Nachdenken gebracht werden über das eigene Kommunikationsverhalten. Deshalb ging es auch um das Thema, wie sich Kommunikation durch digitale Technologien verändert hat.

Student als Moderator

Journalistik-Student Kolja Fach hat die Sendung moderiert - eine besondere Herausforderung: "Auf der einen Seite gab es Phasen, in denen es sehr schnell voran ging, weil sieben, acht Nachrichten gleichzeitig gekommen sind und ich dann gucken musste: Wie sortiere ich das? Worauf beziehe ich mich? Und es gab vor allem auch Phasen, in denen mir das Ganze unglaublich zäh vorgekommen ist, weil alle Leute, die ich zu Gast hatte, dabei waren, eine Antwort zu tippen, man aber von dieser Antwort - bis sie die senden - noch nichts mitbekommt."

Grenzen der digitalen Kommunikation

Stephanie Zabel, Verein für Deutsche Sprache e.V., tippt auf ihrem Handy eine Nachricht. Rechts neben ihr ist der Chatverlauf der Gruppe zu sehen.

In der Diskussion ging es auch um die Grenzen der digitalen Kommunikation. Denn das, was mit einer WhatsApp-Nachricht gemeint ist, wird ohne Gestik und Mimik häufig nicht ganz klar. Persönliche, emotionale Nachrichten sind besser im direkten Gespräch aufgehoben. Das war ein Ergebnis der Gesprächsrunde.  

Nicht sprechen, nur tippen ist anstrengend

Nach 60 Minuten war das Medienexperiment vorbei, die Gäste hatten sich ihre Daumen wund getippt. Eine Stunde nicht sprechen, nur tippen ist durchaus anstrengend. Auf Twitter schrieb eine Nutzerin:

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Wer sich die Sendung noch einmal anschauen möchte, findet sie in der Mediathek von NRWision.

Stand: 11.03.2019, 11:15