Nach Sturmtief "Eberhard" weitere Einschränkungen bei der Bahn

Köln: Zugreisende blicken auf eine Anzeigetafel mit dem Hinweis "Zugverkehr eingestellt"

Nach Sturmtief "Eberhard" weitere Einschränkungen bei der Bahn

  • Bahnverkehr auch am Montag noch gestört
  • Tödlicher Unfall im Sauerland
  • Orkanböen mit Windstärke 12 gemessen

Nach Sturmtief "Eberhard" müssen Bahnreisende in NRW am Montag (11.03.2019) weiter mit Einschränkungen, Ausfällen und verspäteten Zügen rechnen. "Im Regionalverkehr gibt es noch einige Einschränkungen", sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Montagmorgen. Auch auf der Schnellfahrstrecke zwischen Köln und Frankfurt sollten noch einzelne Züge ausfallen. Den Fernverkehr hat die Bahn am Montagmorgen wieder aufgenommen. Reisende sollten sich aber auf jeden Fall im Vorfeld informieren, ob ihr Zug fährt.

So fallen die Regionalbahnen 33, 37, 38 und 51 nach Sturmschäden aus. Zwischen Köln und Mönchengladbach übernehmen Taxis den Ersatzverkehr. Die RB 52 wird zwischen Dortmund und Hagen umgeleitet und fährt ohne Zwischenhalt. Die Bahn bemüht sich, die Strecken so schnell wie möglich frei zu bekommen.

Züge stoppten am nächsten Bahnhof

Am Sonntagnachmittag hatte die Bahn den gesamten Zugverkehr in NRW eingestellt. Umgestürzte Bäume hatten für Behinderungen auf mehreren Bahnstrecken im Land gesorgt. Zudem war wegen des Sturms im wichtigen Stellwerk Essen der Strom ausgefallen. Die Züge steuerten den nächsten Bahnhof an und stoppten dort.

Auch auf den Straßen im Land bildeten sich lange Staus. Wegen Hindernissen auf der Fahrbahn mussten mehrere Autobahnen im Land vorübergehend gesperrt werden.

Autofahrer stirbt im Sauerland

Der Sturm hat ein Todesopfer gefordert. Auf einer Landstraße zwischen Kallenhardt und Nuttlar (Hochsauerlandkreis) wurde ein Auto von einem umstürzenden Baum getroffen. Wie die Polizei im Hochsauerlandkreis dem WDR bestätigte, kam dabei der 47-jährige Fahrer ums Leben. Seine Beifahrerin konnte sich selbst aus dem Auto befreien.

Hunderte Einsätze in NRW

In mehreren Städten von NRW mussten die Feuerwehren wegen umgestürzter Bäume oder sonstiger Sturmschäden ausrücken. In Duisburg wurde ein tonnenschwerer Verladekran umgeweht und landete zur Hälfte im Rhein.

In Krefeld gaben die Behörden am Nachmittag eine amtliche Gefahrenmitteilung heraus: Die Menschen sollten in ihren Wohnungen bleiben. Gefahren durch lose Dachziegel und umgestürzte Bäume wurden auch aus Düsseldorf gemeldet. In Köln wurden laut Feuerwehr mehrere Menschen durch umgestürzte Bäume verletzt.

Unwetterwarnung bis zum Abend

Der Sturm fegte nach Informationen des WDR-Wetterstudios verbreitet mit Windstärke 11 übers Land. An mehreren Orten erreichte er zwischenzeitlich Orkanstärke: Dort wurden 120 Stundenkilometer schnelle Böen gemessen - Windstärke 12.

Nach Angaben des WDR-Wetterstudios schwächte sich der Sturm am Abend ab. Einzelne starke bis stürmische Böen seien aber in der ganzen Nacht zum Montag möglich. Der Deutsche Wetterdienst hob am Abend seine landesweite Unwetterwarnung für NRW auf.

Einen Tag nach "Eberhard": Aufräumen nach dem Sturm

Umgestürzte Bäume, umherfliegende Dachpfannen: "Eberhard" ist über NRW hinweg gefegt. Auch am Montag machte das Sturmtief den Menschen noch zu schaffen.

Sturm, Eberhard, Schaden

Sturmtief "Eberhard" machte den Menschen in NRW auch am Montag noch zu schaffen.

Sturmtief "Eberhard" machte den Menschen in NRW auch am Montag noch zu schaffen.

In den Morgenstunden gab es lange Staus auf den Autobahnen - teilweise staute sich der Verkehr auf fast 500 Kilometer.

Bei der Bahn gab es am Montagmorgen weiter Einschränkungen - sowohl im Regional- als auch im Fernverkehr.

Der Grund für Verspätungen und Ausfälle: An vielen Stellen müssen umgestürzte Bäume weggeräumt werden.

Busfahrer Engelbert Plüschner legte im Bergischen selbst Hand an und räumte die Haltestelle für seinen Bus frei.

Im ganzen Land geht es zum Wochenbeginn darum, die Schäden des Sturmtiefs zu beseitigen - oder weitere Gefahren einzudämmen. So war beispielsweise die Fläche vor dem Kölner Dom abgesperrt, weil kleinere Fassadenteile herunterfallen könnten.

Durch die Aufräumarbeiten waren viele Straßen gesperrt - so wie hier in Untereschbach bei Köln.

An der Rennbahn in Dortmund-Wambel deckte der Sturm das Dach eines Gebäudes ab.

Gefährlich war es in vielen Innenstädten von NRW am Sonntag durch umherfliegende Teile und umstürzende Bäume. Wie hier in der Zeughausstraße in Köln.

Auch in Düsseldorf wurden mehrere Autos beschädigt.

In Bonn wurde eine Polizistin durch ein umherfliegendes Holzstück verletzt.

Auch Köln hat der Sturm schwer getroffen. Im Stadtteil Riehl fiel ein Baum auf geparkte Autos.

Schwere Schäden gab es auch in den Kölner Außenbezirken - wie hier im Stadtteil Müngersdorf.

Zuvor war der Sturm über die Region Aachen gefegt. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz.

Dieser Bauzaun konnte den Winden nicht standhalten.

Schäden wurden auch aus Bochum gemeldet.

In Hagen löste sich die Fassade von einem Hochhaus.

Dieser Spielplatz in Solingen wird wohl einige Zeit geschlossen bleiben.

Auch Autofahrer mussten mit langen Wartezeiten rechnen: Die A45 bei Lüdenscheid blieb lange wegen Hindernissen auf der Fahrbahn gesperrt.

In der Nähe von Lüdenscheid räumten Feuerwehrleute Straßen frei - so wie ihre Kollegen im ganzen Land.

Auf einem Erdbeer- und Spargelhof in Bornheim hat Eberhard für einen Schaden von einer halben Millionen Euro gesorgt.

Stand: 11.03.2019, 06:39