Angriffe auf Essener Synagoge: Mann in U-Haft

Ein Davidstern ist hinter einer Überwachungskamera an einer Mauer der Synagoge zu sehen.

Angriffe auf Essener Synagoge: Mann in U-Haft

Nach zwei Angriffen auf eine Synagoge in Essen befindet sich ein 37-Jähriger in Untersuchungshaft. Laut Polizei hat er die Taten eingeräumt, ein Tatmotiv nannte er aber nicht.

Für die Jüdische Kultus-Gemeinde in Essen sind es aufreibende Tage. In den vergangenen anderthalb Wochen wurden zweimal größere Steine bzw. eine Steinplatte gegen die Scheiben der Synagoge geworfen. Die Festnahme eines verdächtigen 37-Jährigen am Dienstag dürfte nun für etwas Beruhigung sorgen.

Der Mann konnte in seiner Wohnung ermittelt werden. Laut Polizei hat er die Taten eingeräumt, ohne jedoch ein Tatmotiv zu nennen. In seiner Wohnung sei zudem die Tatkleidung entdeckt worden. Er kam in Untersuchungshaft.

Steine geworfen, an Türen und Fenstern gerüttelt

Außenansicht der Neuen Synagoge in Essen, Südostviertel, Jüdische Kultus-Gemeinde Essen

Die Neue Synagoge der jüdischen Kultus-Gemeindein Essen

Zunächst war der jüdischen Gemeinde nur ein Angriff am vergangenen Freitag bekannt. Bereits sechs Tage vorher gab es aber auch einen Vorfall, was die Kultus-Gemeinde erst bei der Auswertung der Aufnahmen der Überwachungskamera entdeckte. Bei den Aufnahmen war nicht nur ein weiterer Steinwurf zu sehen, sondern auch, wie ein Mann an den Türen und Fenstern der Synagoge rüttelte und klopfte.

Verdächtiger bereits polizeibekannt

Das Besondere bei diesen Aufnahmen: Der Mann war im Gegensatz zu den Aufzeichnungen von Freitag unmaskiert. So konnten die Ermittler schließlich den 37-Jährigen identifizieren, der bereits polizeibekannt war.

Die Sicherheit jüdischer Gemeinden in Deutschland Planet Wissen 09.11.2020 03:36 Min. Verfügbar bis 11.03.2025 WDR

Mehr Sicherheit für Gemeinden gefordert

Die Vorfälle in Essen haben die Diskussion um die Sicherheit von jüdischen Menschen in Deutschland wieder in Gang gebracht. Der Versuch, am helllichten Tag und vor laufender Sicherheitskamera ein Fenster der Gemeinde einzuschlagen, zeige erneut, dass Juden in Deutschland nicht sicher seien, so der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein in Düsseldorf.

Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert mehr Polizeischutz für Gemeinden.

Stand: 24.11.2020, 19:32