Das Haus voller Waffen - einfach nur ein Sammler oder mehr?

Das Haus voller Waffen - einfach nur ein Sammler oder mehr?

Die Polizei Dortmund nahm im Herbst 2020 einen Mann fest, der das Haus bis unter die Decke voll mit Waffen und Sprengstoff gepackt hatte. Was ist seitdem passiert?

Es war ein spektakulärer Fall: Im Dortmunder Stadtteil Lütgendortmund durchsuchte die Polizei zehn Tage lang das Haus und fand immer neue Verstecke. Waffen, Sprengstoff und Chemikalien wurden aus dem Haus getragen. Auch hochexplosives TNT, das in einem Park in der Nähe gesprengt wurde. Außerdem wurde Munition aus dem Zweiten Weltkrieg und eine Mine gefunden.

Ermittlung dauert an wegen großer Menge an Waffen

Neun Monate ist das jetzt her, der Mann ist auf freiem Fuß. Wir haben mehrfach versucht, mit ihm ins Gespräch zu kommen, was er aber ablehnte. Die Ermittlungen dauern laut Staatsanwaltschaft vor allem so lange wegen der großen Menge der gefundenen Waffen.

Die Polizei war letzten Herbst durch einen Tipp auf den Mann gekommen: Er sei möglicherweise in einen Waffendeal verstrickt. Die Ermittler sehen heute aber keine Hinweise, dass der Mann die Waffen weiterverkaufen wollte.

Staatsanwalt: "Keinerlei Kontakte, die auf eine rechte Gesinnung hindeuten"

Einige Nachbarn vermuteten bei dem Mann auch eine Nähe zu Extremisten. "Da wird natürlich bei solchen Waffenfunden in jede Richtung ermittelt. Reichsbürgerschaft, Naziszene, aber da ist nichts gefunden worden. Keinerlei Kontakte, die auf eine rechte Gesinnung hindeuten," sagt Jörg Schulte-Göbel von der Staatsanwaltschaft Dortmund.

Die Ermittlungen gegen den 69-jährigen Dortmunder sind mittlerweile so gut wie beendet. In den nächsten Wochen will die Staatsanwaltschaft Anklage erheben. Sie wirft dem Mann Verstöße gegen das Waffenrecht, das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Sprengstoffgesetz vor.

Einfach nur ein Waffennarr? 02:27 Min. Verfügbar bis 22.06.2022 Von Christof Voigt, Lokalzeit Dortmund

Stand: 22.06.2021, 08:22