Volle Wälder und volle Parkplätze im Ruhrgebiet

Herbstwetter: Spaziergänger im Park bei Sonnenaufgang

Volle Wälder und volle Parkplätze im Ruhrgebiet

Von Daniel Chur

In den Wäldern ist es zurzeit deutlich voller als sonst. Der Regionalverband Ruhr teilt mit, in der Corona-Zeit kämen bis zu viermal mehr Besucher in den Wald als üblich.

Ein Nachmittag mitten in der Woche auf dem Bergerhof in Hattingen. Der Parkplatz rund um das beliebte Ausflugsziel im Hattinger Hügelland füllt sich. Autos nicht nur mit hiesigen Kennzeichen, sondern auch aus Bochum, Essen oder Mülheim sind zu sehen. Viele kommen zum Wandern, andere mit Mountainbikes, wieder andere sind zum Hundespaziergang hier.

Luftaufnahme von der Elfinghauser Schweiz in Hattingen mit dem Ausflugsziel Bergerhof im Mittelpunkt

Der Bergerhof in der Elfringhauser Schweiz in Hattingen

Der Imbiss und das Cafe am Bergerhof sind während des Lockdowns geschlossen, auch die öffentlichen Toiletten sind dicht. Weil aber der Parkplatz ein so bekannter Ausgangspunkt für Wanderungen ist, kommen die Leute hierher. An den Wochenenden ist es noch deutlich voller.

Menschen sollen Alternativen suchen

Die Stadt Hattingen möchte keinesfalls die Menschen daran hindern, in den Wald zu gehen. Jedoch appelliert sie an die Waldbesucher, auch andere Ecken und andere Parkplätze aufzusuchen. "Es gibt genug Wald in Hattingen", so Stadtsprecherin Susanne Wegemann.

Sie weist auch auf das Problem hin, dass Waldbesucher oft viel Müll produzieren. Den solle man wieder mit nach Hause nehmen, viele Mülleimer würden überquillen. Auch seine Notdurft solle man nicht in den Gärten oder Vorgärten der Anwohner verrichten, wenn öffentliche Toiletten vor Ort geschlossen seien.

Dieses Element beinhaltet Daten von Facebook. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Oft zu wenig Abstand auf Parkplätzen

Dass die Wälder im Ruhrgebiet voll sind, weiß auch der RVR. Zwei- bis viermal so viele Waldbesucher als üblich schätzt der Verband die aktuelle Entwicklung. Besonders beliebte Orte seien die Haard im nördlichen Ruhrgebiet, die Kirchheller Heide in Bottrop oder der Emscherbruch in Gelsenkirchen.

Während im Wald meist auch genug Abstand gehalten werden kann, sei die Situation an den Parkplätzen schwierig, berichtet RVR-Försterin Manuela Ortenstein: "Es gibt Familien mit Kleinkindern, es gibt die Hundebesitzer, es gibt die Mountainbiker, es gibt die Reiter - da wird es gerade in Zeiten von Corona teilweise recht schwierig, den Mindestabstand zu halten."

Unser Wald – geliebt, geschunden, gepflegt Planet Wissen 07.07.2020 58:47 Min. Verfügbar bis 07.07.2025 SWR

Menschen sollen den Wald aufsuchen

Aber auch der RVR betont: Die Menschen sollen den Wald aufsuchen, gerade jetzt. Denn auch in einer aktuellen Untersuchung des Verbands habe sich nachdrücklich gezeigt, dass der Wald im Ruhrgebiet eine wichtige "soziale Funktion" habe. Als Ort für Naherholung, Bewegung und Wohlbefinden.

Und auch die Ruhr Tourismus GmbH möchte die Menschen in die Ruhrgebietswälder locken. In ihrem Internetblog "Mein Ruhrgebiet" stellt sie übrigens jetzt auch schöne, aber weniger stark besuchte Orte in der Natur vor.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Stand: 14.01.2021, 19:24