Loveparade-Prozess: Verteidiger erzielen Erfolg

Loveparade-Prozess: Verteidiger erzielen Erfolg

  • Akten zur Kölner Silvesternacht zugelassen
  • Weitere Anträge wurden dagegen abgelehnt
  • Loveparade-Prozess geht Donnerstag weiter

Im Loveparade-Prozess hat das Gericht am Mittwoch (03.01.2018) die Protokolle des NRW-Untersuchungsausschusses zur Kölner Silvesternacht als Beweismittel zugelassen. Die Verteidigung hatte einen entsprechenden Antrag gestellt. Damit werden die Dokumente Teil der Verhandlung.

Mögliche Mitschuld der Polizei

Ein Justizbeamter beobachtet in Düsseldorf die Besichtigung des Verhandlungssaals für den bevorstehenden Loveparade Prozess.

Als Vergleich zum Polizeieinsatz in Köln hatte der Ausschuss Probleme beim Einsatz bei der Loveparade aufgelistet. Darin ging es unter anderem um mögliche Kommunikationsprobleme und unwirksame Absperrungen. Die Verteidiger der Angeklagten im Loveparade-Prozess sehen das als Hinweis, dass die Polizei eine Mitschuld am Loveparade-Unglück haben könnte.

Viele Anträge abgelehnt

Die Verteidiger scheiterten dagegen mit der Forderung, 33 Aktenordner des NRW-Innenministeriums zum Polizeieinsatz bei der Loveparade hinzuziehen. Die Begründung des Gerichts: Es seien "verfahrensfremde" Akten. Es gebe keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass die Ordner der Wahrheitsfindung dienen würden. Außerdem kam eine zweite Besetzungsrüge der Anwälte beim vorsitzenden Richter nicht durch. Auch eine Aussetzung oder Unterbrechung des Verfahrens seien nicht nötig. Der Loveparade-Prozess wird am Donnerstag (04.01.2018) fortgesetzt.

Stand: 03.01.2018, 16:47