Kreis Recklinghausen prüft Videoüberwachung auf Schlachthöfen

Schweinehälften in einem Schlachtbetrieb

Kreis Recklinghausen prüft Videoüberwachung auf Schlachthöfen

  • Zustimmung für Videoüberwachung
  • Hintergrund: Fälle von Tierquälerei in Niedersachsen
  • Antrag im Kreis-Gesundheitsausschuss

Die Verwaltung des Kreises Recklinghausen will prüfen, ob es eine Videoüberwachung in Schlachthöfen geben kann. Dazu will man Kontakt zur Landes- und Bundesregierung aufnehmen. Konkret soll über eine Bundesrats-Initiative nun versucht werden, eine Regelung zur Videoüberwachung hinzubekommen. Ein entsprechender Antrag der Grünen im Gesundheitsausschuss am Freitag (08.02.2019) wurde einstimmig beschlossen.

Kühe getreten, Schweine in heiße Brühe gelegt

Hintergrund für die Forderung der Grünen waren Kreis Recklerschreckende Bilder von Schlachthöfen in Niedersachsen. Mit versteckter Kamera hatten Tierschützer aufgedeckt, dass Kühe getreten und geschlagen und Schweine noch bei vollem Bewusstsein in eine heiße Brühe gelegt wurden.

Silke Krieg von den Grünen im Kreis Recklinghausen sagt mit Blick auf die Fälle in Niedersachsen: "Es hat sich gezeigt, dass das Kontrollsystem versagt hat und ganz viele Schlachthäuser auffällig wurden durch Tiermisshandlungen." Bei einer Videoüberwachung sieht sie den Vorteil, dass so sehr kurzfristig nachvollzogen werden kann, wie in einem Betrieb mit Tieren umgegangen wird.

Keine Anzeichen in Oer-Erkenschwick

Beim Groß-Schlachthof Westfleisch in Oer-Erkenschwick werden derzeit beispielsweise 50.000 Schweine pro Woche geschlachtet. Hier gibt es keine Anhaltspunkte für Missstände, dennoch wollen die Grünen mehr Transparenz. Dort sind auch Tierärzte im Einsatz, die alles kontrollieren. Auch das Landes-Umweltministerium setzt sich in einer Bundesrats-Initiative für Videokameras in Schlachthöfen ein.

Stand: 08.02.2019, 10:06