Verurteilter Mörder in Hagen vor Gericht

Freunde der Ermordeten tragen T-Shirts mit ihrem Bild

Verurteilter Mörder in Hagen vor Gericht

Von Peter Fischer

  • Mordanklage: 72-Jährige Anfang Januar in Schwerte erwürgt
  • Feuer gelegt, vermutlich um die Tat zu vertuschen
  • Angeklagter saß zuvor wegen Mordes im Gefängnis

Vor dem Hagener Landgericht hat am Donnerstag (04.07.2019) der Prozess gegen einen verurteilten Mörder begonnen. Er soll eine 72-jährige Frau in Schwerte umgebracht haben, kurz nachdem er aus dem Gefängnis entlassen worden war.

Bereits zu lebenslanger Haft verurteilt

27 Jahre hat der Mann bereits hinter Gittern gesessen, weil er in Aachen eine Frau ermordet hatte. Sie hatte sich geweigert, mit ihm Geschlechtsverkehr zu haben. Das Landgericht Aachen verurteilte ihn dafür zu lebenslanger Haft.

Gutachter: Keine Gefahr mehr

Ende 2018 bescheinigte ein psychiatrisches Gutachten dem 50-jährigen Häftling, dass von ihm keine Gefahr mehr ausgehe. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der Mann, der zuletzt in der JVA Schwerte gesessen hatte, kam auf freien Fuß.

Offenbar eine schwerwiegende Fehlentscheidung: Denn schon wenig später - Anfang Januar 2019 - soll der Mann die 72-jährige Frau in ihrer Schwerter Wohnung erwürgt haben. Um das zu vertuschen, hat er laut Anklage versucht, das Haus anzuzünden. Das Feuer breitete sich jedoch wegen Sauerstoff-Mangels nicht aus.

Festnahme auf Facebook gezeigt

Bundesweit bekannt wurde der Fall, weil der mutmaßliche Mörder später seine Festnahme gefilmt und live auf Facebook verbreitet hatte.

Mordverdächtiger zeigt eigene Festnahme bei Facebook 00:37 Min. Verfügbar bis 16.01.2020

Stand: 04.07.2019, 09:17