Erste Konsequenzen bei Polizei im Fall Marvin

Polizisten betreten das Haus, indem der vermisste Junge entdeckt wurde.

Erste Konsequenzen bei Polizei im Fall Marvin

  • Erste Konsequenzen im Fall Marvin
  • Disziplinarrechtliche Vorermittlungen
  • Polizei war Hinweis nicht nachgegangen

Nach der mutmaßlichen Ermittlungspanne im Fall des lange verschwundenen Jugendlichen Marvin im Ruhrgebiet hat die Duisburger Polizei erste Konsequenzen gezogen. Es seien disziplinarrechtliche Vorermittlungen eingeleitet worden, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag (27.12.2019). Nähere Angaben machte sie nicht.

Die Duisburger Polizei soll nach Ausstrahlung der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" Ende Juli 2019 einem Hinweis auf den Mann nicht nachgegangen sein, bei dem der Junge vergangene Woche im Schrank entdeckt worden war. "Bei dem Hinweis ging es darum, dass Marvin bereits 2016 - also ein Jahr vor seinem Verschwinden - Kontakt zu dem heute 44-Jährigen hatte", bestätigte die Sprecherin dem WDR. Die Polizei will nun klären, warum dem Hinweis damals nicht nachgegangen wurde.

15-Jähriger war per Zufall im Schrank entdeckt worden

Der aus Duisburg stammende Junge war im Juni 2017 im Alter von 13 Jahren aus einer Wohngruppe in Oer-Erkenschwick (Kreis Recklinghausen) verschwunden. Nach ihm wurde bundesweit gefahndet. Aus Zufall wurde der mittlerweile 15-Jährige vergangene Woche in der Wohnung des 44-Jährigen in Recklinghausen in einem Schrank entdeckt.

Der Mann kam wegen des Verdachts einer schwerwiegenden Sexualstraftat in Untersuchungshaft. Der Jugendliche soll sich mindestens zwei Jahre bei dem Mann aufgehalten haben.

Stand: 27.12.2019, 15:22