Germanwings-Absturz: Angehörige ziehen in Essen vor Gericht

Germanwings-Absturz: Angehörige ziehen in Essen vor Gericht

  • Angehörige fordern höheres Schmerzensgeld
  • Klage gegen Lufthansa und Lufthansa-Flugschule
  • 150 Menschen starben bei dem Absturz 2015

Im Fall der 2015 abgestürzten Germanwings-Maschine will das Landgericht Essen am 6. Mai die Klagen von Angehörigen auf höheres Schmerzensgeld verhandeln. Dies wurde am Mittwochmorgen (29.01.2020) bekannt. Nach Angaben des Anwalts geht es um die Ansprüche von rund 25 Angehörigen, die von der Deutschen Lufthansa ein höheres Schmerzensgeld erstreiten wollen.

Kläger werfen Versäumnisse vor

Die Klage richtet sich gegen die Germanwings-Mutter Lufthansa und eine Lufthansa-Flugschule in den USA. Dort wurde der Copilot der Unglücksmaschine trotz einer schweren Depression ausgebildet. Die Ausbildung konnte er dank einer Sondergenehmigung abschließen. Die Kläger werfen der Flugschule und der Lufthansa Versäumnisse vor.

Den Ermittlungen zufolge soll der psychisch kranke Copilot den Germanwings-Airbus am 24. März 2015 absichtlich gegen einen Berg in den französischen Alpen gesteuert haben. Alle 150 Menschen an Bord starben.

Richtige Adressaten?

Die Fluggesellschaft hatte eigenen Angaben zufolge bereits 10.000 Euro pro Person gezahlt. Den Hinterbliebenen ist das aber zu wenig. Wie ihr Anwalt berichtete, fordern sie weitere 30.000 Euro. Außerdem hatten die Angehörigen für jedes Todesopfer 25.000 Euro sogenanntes vererbbares Schmerzensgeld erhalten. Nun fordern sie weitere 25.000 Euro.

Ein Essener Gerichtssprecher gab an, dass möglicherweise gar kein Anspruch gegen die Flugschule und Lufthansa bestehe. Die medizinische Überwachungspflicht könnte eine stattliche Aufgabe sein.

Stand: 29.01.2020, 06:50

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