Säugling misshandelt: BGH hebt Freispruch auf

Eingang des Bundesgerichtshofes

Säugling misshandelt: BGH hebt Freispruch auf

  • Fall muss wieder neu verhandelt werden
  • Säugling hatte mehrere Knochenbrüche
  • Landgericht Bochum hatte Eltern freigesprochen
  • Staatsanwaltschaft hatte Revision eingelegt

Der Bundesgerichtshof hat am Donnerstag (30.07.2020) den Freispruch für einen Mann aus Selm und seine Ex-Partnerin aus Herten aufgehoben. Der BGH hat Fehler in dem Urteil gesehen.

Schwere Misshandlungen durch Mutter

In dem Verfahren ging es um schwere Misshandlungen eines Säuglings durch die Mutter. Dem Vater hatte die Staatsanwaltschaft vorgeworfen, nichts dagegen unternommen zu haben.

Junge hatte mehrere Knochenbrüche

In erster Instanz hatte das Landgericht Bochum beide im Januar 2019 freigesprochen. Zwar war klar, dass der wenige Wochen alte Junge misshandelt wurde, weil er mehrere Knochenbrüche hatte. Es konnte aber nicht konkret nachgewiesen werden, wer dafür verantwortlich war. Weil es noch weitere Personen gegeben hatte, die in der betreffenden Zeit mit dem Säugling alleine waren, konnte das Gericht die Tat nicht zweifelsfrei zurechnen.

Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Sie meint, dass es genügend Anhaltspunkte für die Verantwortung der Eltern gab.

Dem Jungen geht es laut Anwalt mittlerweile gut

Jetzt muss eine andere Kammer am Landgericht gegen Vater und Mutter verhandeln. Ihre Anwälte halten sie weiter für unschuldig. Dem Kind gehe es mittlerweile gut, sagte der Anwalt der mittlerweile 26 Jahre alten Mutter. Sie kümmere sich seit über drei Jahren alleine um den Jungen.

Stand: 30.07.2020, 16:38