Tödliche Messerattacke Dortmund: Staatsanwaltschaft legt Revision ein

Urteil nach Messerattacke in Dortmund 06:38 Min. Verfügbar bis 14.02.2020

Tödliche Messerattacke Dortmund: Staatsanwaltschaft legt Revision ein

Von Christof Voigt

  • Urteil in Dortmund: Körperverletzung mit Todesfolge
  • Staatsanwaltschaft legt Revision ein
  • 17-Jährige hat wegen Nichtigkeit zugestochen

Das Dortmunder Landgericht hatte eine 17-Jährige am Mittwoch (13.02.2019) nach einer tödlichen Messerattacke im Stadtteil Hörde zu sechs Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Die Richter urteilten auf Körperverletzung mit Todesfolge. Wie die Staatsanwaltschaft dem WDR am Mittwoch (20.02.2019) mitteilte, hat sie dagegen fristgerecht Revision eingelegt. Die Staatsanwaltschaft hatte siebeneinhalb Jahre Haft gefordert und auf Totschlag plädiert.

Der Fall hatte für bundesweites Aufsehen gesorgt. Bei einem Streit unter Jugendlichen hatte die damals 16-Jährige am 23. Februar 2018 auf einem Parkdeck in Dortmund-Hörde auf ihre Bekannte eingestochen. Es war nur ein einziger Stich und der war tödlich.

Sabrina, die heute 17-jährige Täterin, und ihre 15-jähriges Opfer Aaliyha kannten sich. Das Parkdeck am Bahnhof in Dortmund-Hörde war vor einem Jahr Treffpunkt für verschiedene Jugend-Cliquen. Aus einem Streit um "Banalitäten" wurde eine Schlägerei, sagte Verteidigerin Henriette Lyndian. Am Ende stach Sabrina mit einem Messer zu. Töten wollte sie nicht, das habe sie während des Prozesses mehrfach gesagt, so Henriette Lyndian. Auch, dass ihr die Tat "unendlich leid" tue.

Bahnhof Hörde zieht Jugendliche an

Seitdem ist das Parkdeck am Bahnhof Hörde für Jugendliche zwar gesperrt, aber das Bahnhofsumfeld zieht sie weiterhin an. Und auch Messer sind hier bei den Jugendlichen nach wie vor ein großes Thema.

Bahnhof Dortmund-Hörde Aussenansicht bei Nacht

Das Parkhaus Dortmund-Hörde war im Februar 2018 Tatort eine tödlichen Messerattacke

Seit kurzem sind Streetworker in Hörde unterwegs, die sich um die Jugendlichen kümmern. Ihre ersten Erfahrungen im Stadtteil sind gut. Das erzählt Teamleiter Johann Zenses. Einen Jugendlichen habe er schon zu Tonaufnahmen an ein Musikstudio vermittelt. Im Sommer wollen sie ein großes Streetkick-Turnier organisieren.

Die Streetworker können sich mit den Kids in der Jugendfreizeitstätte am Clarenberg auch mal zurückziehen. Streetworkerin Lena Tersteggen feilt dort mit dem 19-jährigen Mohamed an seiner Bewerbung. Nach so einer Hilfe hatte er lange gesucht.

Tod von Aaliyha als Warnung für alle

Mohamed sagt, dass Aaliyhas Tod eine Warnung für alle Jugendlichen in Hörde gewesen sei. Viele, die vor einem Jahr im Parkhaus dabei waren, hätten Alkohol getrunken oder andere Drogen genommen. Wenn dann auch noch Messer getragen würden, sei das eine gefährliche Mischung.

Stand: 20.02.2019, 10:25