Mutmaßlicher somalischer Pirat in Dortmund verurteilt

Ein Öltanker verlässt die Bucht von San Francisco

Mutmaßlicher somalischer Pirat in Dortmund verurteilt

  • Als Schiffskoch für Piraten gearbeitet
  • Urteil: Zwei Jahren Haft auf Bewährung
  • Beteiligung an Entführung nicht nachgewiesen

Das Dortmunder Landgericht hat am Dienstag (16.07.2019) einen mutmaßlichen somalischen Piraten zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Koch auf Piratenschiff

Der in Hamm lebende Somalier musste sich wegen erpresserischen Menschenraubes verantworten. Bevor er nach Deutschland kam, hatte der Mann für somalische Piraten als Schiffskoch gearbeitet.

Die Piraten hatten 2012 einen Öltanker mit 26 Besatzungsmitgliedern entführt und 13 Millionen Dollar Lösegeld erpresst. Der Asylbewerber wurde deshalb 2018 in Hamm festgenommen. Eine Beteiligung an der eigentlichen Entführung konnte dem Angeklagten aber nicht nachgewiesen werden.

Reederei zahlte Lösegeld

Zum Beginn des Prozesses hatte Mann zwar gestanden, bei der Entführung dabei gewesen zu sein. Er habe aber zu keiner Zeit die gefangene Schiffsbesatzung mit einem Maschinengewehr bewacht, wie es ihm die Anklage zunächst vorwarf. 

Laut Staatsanwaltschaft hatten die Piraten das Schiff über zehn Monate in ihrer Gewalt. Sie drohten, die Besatzung umzubringen. Die Reederei zahlte schließlich das Lösegeld.

Stand: 16.07.2019, 15:38