Drei Jahre Haft im Hagener Rockerkrieg-Prozess

Bandidos unter den Gästen

Drei Jahre Haft im Hagener Rockerkrieg-Prozess

  • Angeklagter geständig
  • Bandido-Mitglied hatte auf Auto geschossen
  • Versuchter Mord nicht nachweisbar

Das Hagener Landgericht hat am Freitag (12.04.2019) ein Mitglied der Rockergruppe "Bandidos" zu drei Jahren Haft verurteilt - wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr.

Der 31-Jährige hatte aus seinem fahrenden Cabrio heraus auf ein anderes Auto gefeuert. Darin saßen Mitglieder der verfeindeten "Freeway Riders". Verletzt wurde niemand. Eine Kugel hatte den Bereich des Tankdeckels getroffen.

Rockerkrieg in Hagen vor Gericht 01:53 Min. Verfügbar bis 25.03.2020 Von Franz Altrogge

Der verurteilte Rocker hatte zuvor die Tat gestanden, aber auch erklärt, er habe niemanden verletzen wollen. Zweimal will er in die Luft geschossen haben und einmal auf das Auto.

Opfer nicht an Aufklärung interessiert

Das Gericht konnte ihm keinen versuchten Mord nachweisen. Es gab kaum verwertbare Beweise und zum Teil unwahre Zeugenaussagen. Selbst die beschossenen Mitglieder der Freeway Riders hätten offenbar kein Interesse an einer Aufklärung, sagte Richter Marcus Teich bei der Urteilsverkündung.

Niemand könne begreifen, wie eine Auseinandersetzung in solch eine gewalttätige Dimension abgleiten kann. "Der Hass ist so tief, dass Menschenleben für beide Seiten eigentlich nichts mehr wert sind."

Stand: 12.04.2019, 11:32

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