Beihilfe zum Menschenhandel: Frau in Dortmund verurteilt

Die Angeklagte sitzt im Verhandlungsraum.

Beihilfe zum Menschenhandel: Frau in Dortmund verurteilt

  • Beihilfe zu Menschenhandel und Prostitution
  • 54-jährige Frau in Dortmund verurteilt
  • Mädchen an Zuhälter weitergereicht

Das Dortmunder Landgericht hat am Montag (25.11.2019) eine 54-jährige Frau wegen Raubes und Beihilfe zum Menschenhandel zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Mädchen in Bulgarien gekauft

Sie hatte mit ihrem Mann ein 15-jähriges Mädchen aus Bulgarien zur Prostitution gezwungen und später für vierhundert Euro an einen anderen Zuhälter weitergereicht.

Das minderjährige Opfer war aus Bulgarien nach Dortmund gelockt worden, angeblich, um hier als Putzfrau zu arbeiten. Sie musste aber sofort Freiern zur Verfügung stehen.

Zu Prozessbeginn sagte das Opfer vor Gericht aus, dass sie ihre kompletten Einnahmen der Angeklagten und ihrem Mann überlassen musste. Als sie einmal versuchte, etwa 80 Euro für sich zu behalten, sei sie verprügelt worden, bis sie das Geld hergab. Außerdem habe das Mädchen laut Staatsanwaltschaft Kokain bekommen, um gefügiger zu sein.

Frau musste selbst als Prostituierte arbeiten

Die verurteilte Frau musste selbst auch als Prostituierte für ihren Mann arbeiten. "Die Kammer hatte hier maßgebend zu berücksichtigen, dass die Verurteilte Täterin und Opfer zugleich war. Denn sie musste ebenso wie andere Opfer aus dieser Straftat für ihren Ehemann der Prostitution nachgehen und auch die dort vereinnahmten Mittel an ihren Ehemann abgeben. Aber sie war auch Mittäterin des Menschenhandels und war infolge dessen auch dafür zu verurteilen", sagte Thomas Jungkamp vom Dortmunder Landgericht.

Der Ehemann wurde bereits zu fast sechs Jahren Gefängnis verurteilt.

Stand: 25.11.2019, 14:00

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