115.000 Euro weg: Verurteilte Sparkassen-Kassiererin rechtmäßig gekündigt

Verhandlung am Landesarbeitsgericht in Hamm

115.000 Euro weg: Verurteilte Sparkassen-Kassiererin rechtmäßig gekündigt

  • Urteil vom Landesarbeitsgericht Hamm
  • Sparkassen-Kündigung bestätigt
  • Urteil im Strafprozess noch nicht rechtskräftig

Die fristlose Kündigung einer Sparkassen-Angestellten aus Herne war rechtmäßig. Das hat das Landesarbeitsgericht in Hamm am Donnerstagvormittag (24.10.2019) entschieden. Die Bank hatte die langjährige Mitarbeiterin entlassen, weil sie aus einem Geldkoffer 115.000 Euro genommen haben soll.

Diesen Koffer hatte sie im Mai 2015 geöffnet und erklärt, dass sie darin kein Geld, sondern nur Babynahrung und Waschmittel gefunden hat. Die Frau geriet jedoch selbst in Verdacht. Denn den Koffer öffnete sie alleine und nicht, wie vorgeschrieben, zusammen mit einem Kollegen. Für die Sparkasse war klar: Die Mitarbeiterin steckte das Geld selbst ein. Sie kündigte ihr fristlos.

Jahrelanger Rechtsstreit um die Kündigung

Dagegen wehrte sich die Ex-Mitarbeiterin. Jahrelang ging der Rechtsstreit durch die Instanzen. 2017 entschied das Landesarbeitsgericht in Hamm schon einmal über den Fall - damals für die Mitarbeiterin. Das Urteil wurde aber vom Bundesarbeitsgericht in Erfurt gekippt und ging zurück nach Hamm.

In seinem neuen Urteil hat das Landesarbeitsgericht in Hamm genügend Indizien für die Tat gesehen. Anders als beim letzten Mal, bestätigten die Richter daher die Kündigung der Sparkasse. Damit endet der jahrelange Rechtsstreit um das Arbeitsverhältnis. Eine Revision ließ das Landesarbeitsgericht nicht zu.

Strafprozess geht noch weiter

Strafrechtlich geht die Geschichte aber noch weiter. Zwar verurteilte das Amtsgericht Herne die Kassiererin der Sparkasse im Mai 2019 wegen Untreue zu zwei Jahren und neun Monaten Haft. Die Frau legte aber Berufung ein. Dieser Prozess steht noch aus.

Stand: 24.10.2019, 10:46