Urteil: Klausuren mit Videoaufzeichnung sind rechtens

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Urteil: Klausuren mit Videoaufzeichnung sind rechtens

Die Fernuniversität Hagen darf weiter Klausuren per Webcam überwachen und aufzeichnen. Das hat das Oberverwaltungsgericht Münster im Eilverfahren entschieden. Der Beschluss ist nicht anfechtbar.

Ein Jura-Student aus Bonn wollte verhindern, dass die Fernuni Hagen ihn beim Schreiben einer Klausur am 8. März aufzeichnet. Ob das rechtswidrig ist, könne aber in einem Eilverfahren nicht geklärt werden, teilte das OVG am Donnerstag mit. Deswegen müsse es die Folgen abwägen, und das gehe zu Gunsten der Uni aus.

Aufzeichnung geeignet und erforderlich

Eine Universität müssen Klausuren durchführen - auch in Corona-Zeiten. Und sie müsse für Chancengleichheit sorgen und Täuschungen verhindern. Die Aufzeichnung zur Beweissicherung sei daher geeignet und erforderlich.

Die Fernuni überwacht dabei den Prüfling per Video- und Tonverbindung und auch den Bildschirm. Sollte es zu keinen Auffälligkeiten kommen, wird das Material nach der Prüfung gelöscht.

Verstoß gegen Datenschutzgrundverordnung?

Diese Aufzeichnungen würden den Studenten nur wenig belasten, so das Gericht. Der Kläger wehrte sich dabei nicht gegen die Videoüberwachung, sondern gegen die Aufzeichnung. Er sieht darin einen Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung sieht.

Der Student wurde bei seinem Antrag von einer Nicht-Regierungs-Organisation unterstützt. Die will noch weitere Prüfungsregelungen von Universitäten überprüfen lassen. Auch deshalb dürfte die Niederlage des Studenten bei vielen Unis erstmal für Erleichterung sorgen.

Stand: 04.03.2021, 17:45