Schwerbewaffnete Polizisten vor der Synagoge in Hagen

Bewährung für Anschlagspläne auf Hagener Synagoge

Stand: 28.03.2022, 15:31 Uhr

Das Hagener Landgericht hat einen jungen Syrer am Montag zu 21 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der 17-Jährige hatte gestanden, mit einer selbstgebauten Bombe einen Anschlag auf die Synagoge geplant zu haben.

Einen konkreten Termin für den Anschlag habe er nicht gehabt, hat der Jugendliche im Prozess erklärt. Und das Material für den Bombenbau habe er auch noch nicht besessen.

Keine ernsthaften Schritte für einen Anschlag

Er wurde zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Auch das Gericht hatte nicht festgestellt, dass der 17-Jährige ernsthafte Schritte unternommen hatte, um den Anschlag auf die Synagoge in Hagen in die Tat umzusetzen.

Jugendhilfe statt Gefängnis

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Dennoch wird der Syrer jetzt aus der U-Haft entlassen. Zu seinen Bewährungsauflagen gehört, dass er die nächsten drei Jahre in einer Jugendhilfeeinrichtung leben muss, wo er pädagogisch betreut wird.

Konsequenzen für die jüdische Gemeinde in Hagen

Die Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Hagen wollen das Geschehene nun erst einmal sacken lassen. Ein Sprecher sagte, man wolle mit Experten über das Urteil sprechen – und dann überlegen, welche Konsequenzen es für die jüdische Gemeinde in Hagen habe.

Über dieses Thema haben wir am 23. März 2022 bei WDR 2 im Radio und in der WDR Lokalzeit aus Dortmund im Fernsehen berichtet.