Dortmunder Flughafen-Gegnerin Ursula Wirtz zieht sich zurück

Dortmunder Flughafen-Gegnerin Ursula Wirtz zieht sich zurück

  • 29 Jahre Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Fluglärm
  • Flughafenausbau nicht gestoppt, aber gebremst
  • Grüner Politiker soll Nachfolger werden

35 Jahre lang hat Ursula Wirtz gegen den Ausbau des Dortmunder Flughafens gekämpft und dabei so manche Niederlage erlitten. Die Anwohnerin gibt im Mai den Vorsitz der Schutzgemeinschaft Fluglärm Dortmund-Unna ab. Ihr Nachfolger soll der frühere Landtagsabgeordnete der Grünen Mario Krüger werden.

Familie zog 1964 nach Wickede

Ursula und Werner Wirtz zogen in den sechziger Jahren wegen der ländlichen Idylle nach Wickede. Der benachbarte Flugplatz war damals eine Rasenpiste für Sportmaschinen und Firmenflieger. Als die Stadt mit ihren Ausbauplänen in den achtziger Jahren Ernst machte, traten sie der Schutzgemeinschaft bei. Wegziehen wollten sie nie.

"Salamitaktik“ beim Ausbau des Airports

Ursula Wirtz (76) wirft den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung eine "Salamitaktik“ vor. Aus Prestigegründen sei der Regionalflugplatz scheibchenweise zu einem internationalen Airport ausgebaut worden. Die Start- und Landebahn wurde immer wieder verlängert, ein neues Terminalgebäude eröffnet und die Technik modernisiert. Zuletzt konzentrierte sich der Streit auf die Start- und Landezeiten – vor allem am Abend. Bis wann darf geflogen werden? Wie lange und wie häufig sind Verspätungen erlaubt?

Politik und Wirtschaft setzten sich durch

Die 1.200 Mitglieder der Schutzgemeinschaft Fluglärm sind mit Demonstrationen, Petitionen und ungezählten Klagen gegen den Flughafen vorgegangen. Es gab Verzögerungen, aber verhindern konnten sie den Ausbau nicht. Inzwischen starten mehrere Billig-Airlines von Dortmund aus. In diesem Jahr peilt der Flughafen rund 2,5 Millionen Passagiere an.

Stand: 25.04.2019, 06:55