Defekte Weiche ließ ICE in Dortmund entgleisen

Der entgleiste ICE wird mit einem Kran geborgen

Defekte Weiche ließ ICE in Dortmund entgleisen

  • Defekte Weiche hätte bei Inspektion auffallen müssen
  • Zwei Verletzte und ein Millionenschaden in Dortmund
  • Bahnverkehr war mehrere Wochen gestört

Nach mehr als eineinhalb Jahren steht die Ursache für einen entgleisten ICE im Dortmunder Hauptbahnhof fest: Eine defekte Weiche ließ den Fernzug Anfang Mai 2017 aus den Gleisen springen. Zu diesem Ergebnis kommt die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung in ihrem Untersuchungsbericht, der am Dienstag (11.12.2018) veröffentlicht wurde.

Vorschriftsmäßige Inspektion hätte Unfall verhindern können

Laut diesem Bericht war die Weiche verformt. Deshalb verlor ein Rad des ICE den Kontakt zur Schiene. Der Fernzug war dadurch beim Einfahren in den Dortmunder Hauptbahnhof mit den beiden hintersten Wagen entgleist. Der Zustand der Weiche hätte bei einer vorschriftsmäßigen Inspektion eigentlich auffallen müssen, heißt es in dem Bericht. Unter anderem waren Schrauben an der Weiche nicht fest angezogen.

Staatsanwaltschaft prüft

Die Mängel wurden laut Bericht entweder ignoriert oder nicht entdeckt, weil möglicherweise das Personal nicht ausreichend qualifiziert war. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob Beschäftigte der Bahn schuld an dem Unfall sind und dafür strafrechtlich belangt werden können.

Bei dem Unfall waren zwei Menschen leicht verletzt worden und es entstand ein Millionenschaden. Die maßgeschneiderten Weichen für den Dortmunder Hauptbahnhof mussten erst nachgebaut werden. Das sorgte dafür, dass der Bahnverkehr vom Ruhrgebiet nach Berlin und Hamburg drei Wochen lang gestört war.

In Leichter Sprache: ICE-Unfall im Bahnhof Dortmund

Jahres·rückblick 2017 22.12.2017 01:49 Min. Verfügbar bis 30.12.2099 WDR.de

Stand: 12.12.2018, 08:05

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