Uralte Hagenerin war ein Mann

Uralte Hagenerin war ein Mann

Von Peter Fischer

  • Neue genetische Untersuchung
  • 20 Jahre alter Jäger und Sammler
  • Computer-Animation zeigt ihn

Die steinzeitlichen Kochenreste eines Schädels, die 2004 in der Blätterhöhle in Hagen-Hohenlimburg gefunden worden waren, gehörten keiner Frau, sondern zu einem Mann. Das haben neue genetische Untersuchungen ergeben. Am Freitag (15.03.2019) wurde im Osthaus-Museum eine neue digitale Rekonstruktion des uralten Hageners präsentiert.

20 Jahre, Jäger und Sammler

Die einminütige Computer-Animation zeigt, wie der junge Mann damals ausgesehen haben könnte: freundlich schaut er drein, mit blauen Augen und langen braunen Haaren. Ein Jäger und Sammler, der sich vorwiegend von Fisch ernährt hat. Und er wurde vermutlich höchstens 22 Jahre alt. Nach seinem Tod könnte er in der Blätterhöhle beerdigt worden sein.

Dort hatten Archäologen des Arbeitskreises Kluterthöhle in Ennepetal 2004 die Knochenreste gefunden. Die Hagener Blätterhöhle zählt zu den wichtigsten Steinzeitfundstellen in Europa. Die Computer-Animation wird demnächst im Wasserschloss Werdringen präsentiert.

Zunächst als Frau rekonstruiert

Neues Gesicht für alten Schädel

Links eine Nachbildung des Schädels, rechts das erste rekonstruierte Gesicht von 2015

Noch 2014 gingen Archäologen und Historiker der Stadt Hagen davon aus, dass die etwa 5.500 Jahre alten Schädel-Fragmente weiblich waren. Stolz hatten die Experten damals die Rekonstruktion eines Mädchen-Kopfes aus Gips präsentiert.

Stand: 15.03.2019, 07:12