Zu viele Patienten ohne Not in Notfallambulanzen

Zu viele Patienten ohne Not in Notfallambulanzen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung beklagt, dass viele Patienten ohne Not die Notfallambulanzen der Kliniken aufsuchen. Dabei gäbe es gute Alternativen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) beklagt eine oft unnötige Nutzung der Klinikambulanzen. Mancherorts würden die Notfallambulanzen von Patienten überrannt, die gar keiner Notfallbehandlung bedürften, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen am Freitag (09.03.2018) bei einem Besuch der Arztrufzentrale NRW in Duisburg.

Gassen warb für eine stärkere Nutzung der bundesweit gültigen Bereitschaftsdienst-Nummer 116 117. Dort erfahren Patienten, ob für sie eine Bereitschaftsdienst-Praxis, ein Hausbesuch oder eine Klinik-Notfallambulanz empfohlen sind.

Bundesweit mehr als sieben Millionen Anrufe

Die Nummer sei 2017 bundesweit mehr als sieben Millionen Mal gewählt worden, so Gassen. Bei der Arztrufzentrale Nordrhein-Westfalen in Duisburg, die gemeinsam von den Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe betrieben wird, landeten davon 723.000 Anrufe. Derzeit arbeiteten dort 156 medizinisch ausgebildete Mitarbeiter.

Kampagne soll Bereitschaftsnummer bekannter machen

Trotz der sieben Millionen Anrufe sei die 116 117 nur wenig bekannt, sagte Gassen weiter. Die KBV will daher mit den Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder eine Kampagne für die Rufnummer starten. Die Ausschreibung werde derzeit vorbereitet. Drei Jahre lang sollen unter anderem Radiospots und Plakate das Angebot bekannter machen.

Stand: 09.03.2018, 17:37