Uniper bereitet Kohlekraftwerk Datteln vor

Kohlekraftwerk Datteln

Uniper bereitet Kohlekraftwerk Datteln vor

  • Energiekonzern Uniper bereitet Start vor.
  • Wohl letzter Kohlekraftwerksneubau in Deutschland.
  • BUND, Waltrop und Privatpersonen klagen gegen Bau.

Der Energiekonzern Uniper bereitet in Datteln am Rand des Ruhrgebiets den Start des wohl letzten Kohlekraftwerksneubaus in Deutschland vor. Seit einigen Tagen wird der Kessel des 1.100-Megawatt-Großkraftwerks mit Ölbrennern von außen erhitzt, um den Stahl zu "entspannen", wie eine Sprecherin erklärte.

Keine Gesundheitsgefahr durch Rauch und Ölgeruch

Außerdem werde Druckluft durch Rohre am Kessel geblasen. Ölgeruch und leichte Rauchentwicklung an der Anlage seien dabei nicht zu vermeiden, brächten aber nach Erfahrungen an anderen Anlagen keinerlei Gesundheitsgefahr, betonte die Sprecherin. Die Arbeiten wurden über die Pfingsttage abgeschlossen.

Probebetrieb im Herbst geplant

Mitte Juni soll an dem Kraftwerk das erste Kohleschiff anlegen. Dann wollen die Betreiber auch das Entladesystem am Dortmund-Ems-Kanal, die Förderbänder und die Kohlebunker testen. Der Beginn des Probebetriebs sei für das Ende des laufenden oder den Beginn des neuen Jahres geplant, sagte ein Sprecher dem WDR am Dienstag (06.06.2017).

Zahlreiche Verfahren laufen

Die Klagen rund um das Kraftwerk laufen derweil weiter: Die Umweltschutzorganisation BUND, die Nachbarstadt Waltrop und Privatpersonen kämpfen beim Oberverwaltungsgericht Münster in insgesamt sechs Verfahren gegen das Baurecht und die Betriebsgenehmigung für die Anlage.

Inbetriebnahme steht nichts im Weg

Bei den Baurechtsklagen plane der zuständige Senat noch in diesem Jahr eine Entscheidung, sagte eine Gerichtssprecherin. Keine der Klagen habe aufschiebende Wirkung. Sie stehen einer Inbetriebnahme also kurzfristig nicht im Weg. Dennoch müsse Uniper natürlich reagieren und möglicherweise nachträglich Änderungen vornehmen oder die Anlage sogar zurückbauen, falls die Klagen für das Unternehmen verloren gingen, sagte die OVG-Sprecherin.

dpa/red | Stand: 06.06.2017, 10:14