Massiver Stellenabbau bei Uniper in Gelsenkirchen

 Das Logo des Stromerzeugers Uniper ist am Rande der Hauptversammlung in einerm Durchgang zur Halle an der Wand zu sehen.

Massiver Stellenabbau bei Uniper in Gelsenkirchen

Der Energiekonzern Uniper baut in den Bereichen Technologies und Anlagenservice massiv Stellen ab. Allein in Gelsenkirchen könnten über 700 Angestellte ihren Job verlieren.

Für hunderte Elektriker, Ingenieure und andere Mitarbeiter droht das Aus bei Uniper in Gelsenkirchen. Das hat der Vorstand des Energiekonzerns in einer Belegschaftsversammlung am Donnerstag verkündet. Von weltweit rund 12.000 Mitarbeitern ist vor allem die Sparte Engineering mit über 1.100 Stellen betroffen. Neben Standorten in den Niederlanden und Großbritannien wird Gelsenkirchen am stärksten betroffen sein.

Uniper selbst begründet den Schritt mit einer schlechten Geschäftsentwicklung und dem geplanten Konzernumbau weg von CO2, hin zu erneuerbaren Energien. Ausnahme soll dabei jedoch das umstrittene Steinkohlekraftwerk Datteln 4 sein.

Gewerkschaften fordern soziale Lösungen

Auf den massiven Stellenabbau reagieren die beiden Gewerkschaften IGBCE und Verdi mit großer Fassungslosigkeit. "Für die betroffenen Beschäftigten ist es ein Schlag ins Gesicht", sagt eine Gewerkschaftssprecherin. Zwar habe es die Sparpläne von Uniper schon seit Monaten gegeben, mit den Vertretern vor Ort sei aber niemand ins Gespräch gekommen, heißt es weiter. "Von einem sozialpartnerschaftlichen Miteinander sind wir derzeit weit entfernt", so IGBCE.

Die Angestellten sorgen zum Beispiel täglich im Kraftwerk in Scholven für einen funktionierenden Betrieb und würden auch über Uniper hinaus ein hohes Ansehen genießen. Die Gewerkschaften fordern deshalb, gemeinsam mit den Betriebsparteien und Sozialpartnern an einen Tisch zu kommen und "eine soziale Lösung für unsere Kolleginnen und Kollegen zu finden".

Stellenabbau ist "bitter" für Gelsenkirchen

Die Oberbürgermeisterin von Gelsenkirchen, Karin Welge (SPD), zeigt sich ebenfalls bestürzt über das Vorhaben von Uniper: "Der Verlust von hunderten qualifizierten Arbeitsplätzen ist bitter für die Stadt und natürlich noch viel mehr für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Pläne von Uniper sind ein harter Schlag für Gelsenkirchen." Sie wisse um die Herausforderungen durch die Energiewende, sei aber trotzdem enttäuscht, weil das Unternehmen in der Stadt eine lange Tradition habe.

Lust auf Energiewende – Wie wir den Umstieg schaffen Planet Wissen 21.04.2021 58:59 Min. UT Verfügbar bis 19.04.2026 SWR

Stand: 08.10.2021, 16:19