Giftige Ölpellets: Appell an Unternehmen

Kleine, schwarze Ölpellets in einem Glas

Giftige Ölpellets: Appell an Unternehmen

  • Rat der Stadt Gelsenkirchen diskutiert
  • Mögliche Gefährdung durch krebserregende Ölpellets
  • BP, Uniper und Bezirksregierung nehmen erneut Stellung

Die Verbrennung krebserregender Ölpellets ist am Donnerstag Nachmittag (11.10.2018) erneut Thema in Gelsenkirchen. Schon am Mittwoch (10.10.2018) hatte der Umweltausschuss des Stadtrats in einer Sondersitzung die Verbrennung von Ölpellets in einem Gelsenkirchener Kraftwerk diskutiert, nun tagt der Rat dazu.

In der Ratssitzung forderte der Umweltausschuss Aufklärung über mögliche Giftstoffe, die durch die Verbrennung freigesetzt werden sollen.

Die Sitzung mündete in einem einstimmigen Appell an den BP-Konzern und den Kraftwerk-Betreiber Uniper, solche Praktiken einzustellen. Eine rechtliche Handhabe gegen die Verbrennung gibt es offenbar nicht.

Experten befürchten erhöhtes Krebsrisiko

Im September hatte der WDR umfangreich zum Thema berichtet. Dabei kamen auch Experten zu Wort, die die Verbrennung als illegal bezeichneten und von einem erhöhten Krebsrisiko für die Region sprachen.

BP, Uniper und Bezirksregierung nahmen Stellung

Sowohl BP als auch Uniper wiesen die Vorwürfe zurück. Sie verwiesen auf einen gültigen immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsbescheid aus dem Jahr 2016 und die Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben. Auch die Bezirksregierung, die für die Genehmigung zuständig ist, verteidigte ihr Handeln.

"Wir haben bei der Anlagen-Genehmigung die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben zu überwachen. Der Schutz der Bevölkerung wird durch die Gesetze festgelegt. Und wir haben keine Erkenntnisse, dass irgendwelche Grenzwerte nicht eingehalten sind", so Christel Wies, Sprecherin der Bezirksregierung.

Die Bezirksregierung stellte allerdings in Aussicht, häufiger als bisher Messungen zu möglichen giftigen Emissionen am Kraftwerk vorzunehmen. Bisher finden solche Kontrollen nur einmal jährlich statt.

Stand: 11.10.2018, 13:47