An der TU Dortmund schlägt kontrolliert der Blitz ein

Der 15 Meter hohe Impulsgeneratur von unten gesehen in einer Halle des Forschungszentrums

An der TU Dortmund schlägt kontrolliert der Blitz ein

  • Spitzenforschung an TU Dortmund für Energiewende
  • Vier Millionen Euro Fördergelder
  • Ziel ist verlustarmer, sicherer Stromtransport

An der TU Dortmund kann nun der Blitz einschlagen. Und zwar kontrolliert. Möglich macht das ein Impulsgenerator, der am Forschungszentrum für Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) montiert wurde. Mit dem 15 Meter hohen und rund 16 Tonnen schweren Gerät könne Gleichstromimpulse von bis zu vier Millionen Volt erzeugt werden - das ist die Dimension von Gewitter-Blitzen.

Möglich wurde die Anschaffung des Generators und weiterer Technikbauteile durch Fördermittel in Höhe von über vier Millionen Euro. Der Impulsgenerator ist das größte Element.

Problem: Transport großer Strommengen

Im Zusammenhang mit der Energiewende arbeiten die Dortmunder Forscher an Lösungen, wie große, per Windkraft auf der Nordsee erzeugte Strommengen von Nord- nach Süddeutschland möglichst verlustarm transportiert werden können. Wechselstrom ist dazu nur bedingt geeignet.

Deshalb soll die Energie über eine Gleichstromleitung transportiert werden. Das würde weniger Energieverluste bedeuten, schafft aber neue technische Problem. Und an deren Lösung forschen die Dortmunder.

Blitzschläge simulieren

Mit dem Impulsgenerator können unter anderem Blitzschläge in das Leitungsnetz simuliert werden. Das soll den Forschern bei der Klärung der Frage helfen, wie sich extreme Überspannungen auf die Gleichstromübertragung bei bis zu 760.000 Volt, auf die Lebensdauer der Leitungen und die Zuverlässigkeit der Energieübertragung auswirken kann.

Von den Ergebnissen dieser Forschungsarbeit hängt nicht zuletzt auch die in Deutschland angestrebte Energiewende ab.  

Stand: 11.03.2020, 10:02