Trockenheit gefährdet Häuser im Ruhrgebiet

Hausfassade mit Rissen

Trockenheit gefährdet Häuser im Ruhrgebiet

Von Katharina Strohmeyer

  • Standsicherheit von Gebäuden gefährdet
  • Ausgetrocknete Böden als Ursache
  • Gutachter: Tonmergelböden betroffen

Die extreme Trockenheit der letzten Jahre gefährdet die Standsicherheit von Gebäuden. Auf ausgetrockneten Tonmergelböden sind jahrzehntealte Häuser plötzlich nicht mehr sicher.

Plötzlich Risse im Mauerwerk

Mehrere Häuser in Bergkamen hatten in den letzten beiden Jahren plötzlich Risse. Die erste Vermutung: Bergschäden. Ein Gutachter kommt nun jedoch zu einem anderen Ergebnis. Durch die extreme Trockenheit in 2018 und 2019 seien die Böden unter den Gebäuden abgesackt.

Schwamm-Effekt

Tonmergel-Böden speichern Wasser wie ein Schwamm. Bei extremer Trockenheit können sie sich aber auch zusammenziehen. Genau das ist laut dem Gutachten in Bergkamen passiert. Die Statik der Gebäude sei dadurch aus dem Gleichgewicht geraten.

Aufwändige Sanierung

Eine Wohnungsgesellschaft will nun an ihren betroffenen Häusern die Bäume fällen, damit die Wurzeln dem Boden kein Wasser mehr entziehen. Anschließend soll die poröse Erde neben dem Fundament durch Kies ersetzt werden. Der ist auch bei Trockenheit stabil.

Ton- und lehmhaltige Böden in der Region

Bergkamen ist nicht als einzige Stadt betroffen. Auch in der Umgebung ist der Boden an vielen Stellen ton- oder lehmhaltig. So musste in der Nachbarstadt Hamm Anfang 2020 ebenfalls ein Haus geräumt werden, weil der tonhaltige Untergrund abgesackt war.

Stand: 15.07.2020, 06:45