Hagen: Toter auf offener Straße gefunden

Archivfoto Polizeiabsperrband

Hagen: Toter auf offener Straße gefunden

  • Leiche eines 32-jährigen Mannes auf einer Straße in Hagen gefunden
  • Vorher war der Rollstuhlfahrer noch im Allgemeinen Krankenhaus
  • Hagener Staatsanwaltschaft und Kripo Wuppertal ermitteln

Auf einer Straße in Hagen ist am Sonntagabend (02.08.2020) die Leiche eines 32-jährigen Mannes gefunden worden. Kurz vorher war der Rollstuhlfahrer noch im nahe gelegenen Allgemeinen Krankenhaus. Die Hagener Staatsanwaltschaft und die Kripo Wuppertal ermitteln.

Mann soll vergeblich auf Behandlung gewartet haben

Augenzeugen haben dem WDR berichtet, dass der Mann vom frühen Morgen bis zum späten Nachmittag vor dem Krankenhaus auf eine Behandlung gewartet habe. Weil er nicht behandelt wurde, soll er sich gegen 18 Uhr lautstark beschwert haben. Die Polizei habe ihm daraufhin einen Platzverweis erteilt. Wenige Minuten später wurde der Mann leblos auf der Straße gefunden.

Wuppertaler Polizei ermittelt bei Hagener Kollegen

Um im Krankenhaus untersucht zu werden, soll der Mann regelmäßig in der Notaufnahme vorstellig geworden sein, so Medienberichte. Dieses Mal aber kam die Polizei und schob ihn aus der Eingangshalle. Das soll Teil eines Polizeieinsatzes gewesen sein.

In welchem Zusammenhang dieser Einsatz mit dem Rollstuhlfahrer steht und was danach geschehen ist, wird noch ermittelt. Da auch die Möglichkeit besteht, dass sich die Hagener Polizisten falsch verhalten haben, führt die Wuppertaler Kripo die ersten Ermittlungen.
Am Mittwoch (05.08.2020) soll ein Dortmunder Rechtsmediziner die Leiche obduzieren.

Krankenhaus verweist auf Schweigepflicht

Am Dienstagnachmittag (04.08.2020) hat sich das Allgemeine Krankenhaus Hagen schriftlich zu dem Fall geäußert. Die Geschäftsführung schreibt: "Wir möchten den Angehörigen unser tiefstes Mitgefühl über den schmerzlichen Verlust aussprechen. Der Verstorbene war uns bekannt und das AKH-Team hat sich in der Vergangenheit wiederholt verantwortungsvoll um ihn gekümmert. Dafür danken wir allen Mitarbeitenden, die diese Nachricht sehr betroffen aufgenommen haben. Selbstverständlich arbeiten wir eng mit der ermittelnden Behörde zusammen. Aus Datenschutzgründen und aufgrund unserer ärztlichen Schweigepflicht dürfen wir keine weiteren Angaben machen und bitten diesbezüglich um Verständnis."

Stand: 04.08.2020, 15:08

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