Thyssen-Krupp klagt wegen geplatzter Fusion gegen EU

Thyssen-Krupp klagt wegen geplatzter Fusion gegen EU

  • Thyssen-Krupp reicht Klage ein
  • EU-Verbot gegen Fusion mit Tata Steel
  • Thyssen-Krupp: Hoher Druck in der Stahlbranche

Der Essener Konzern Thyssen-Krupp will die Entscheidung der EU-Kommission gegen die Fusion seiner Stahlsparte mit Tata Steel nicht hinnehmen. Das Unternehmen reichte nach eigenen Angaben vom Donnerstag (22.08.2019) Klage beim Gericht der Europäischen Union ein.

Thyssen-Krupp: Hoher Druck in der Branche

Die EU-Kommission hatte sich im Juni gegen den geplanten Zusammenschluss gestellt, weil sie den Wettbewerb bei bestimmten Stahlsorten als gefährdet ansah. Die Unternehmen machten daraufhin Zugeständnisse, welche die Behörde für nicht ausreichend hielt.

Thyssen-Krupp teilt die Bedenken der EU-Wettbewerbshüter nicht. "Die Konsolidierung der europäischen Stahlindustrie ist nach wie vor richtig und notwendig, das zeigt auch die aktuell für die Stahlhersteller kritische Marktsituation", sagte Technologie-Vorstand Kaufmann am Donnerstag.

Die Überkapazitäten und der hohe Importdruck aus Asien schafften ein Umfeld, in dem das geplante Gemeinschaftsunternehmen mit Tata Steel den Wettbewerb nicht beeinträchtigt hätte. "Deshalb reichen wir Klage ein", so Kaufmann weiter. Thyssen-Krupp und Tata Steel wollten den zweitgrößten europäischen Stahlkonzern nach ArcelorMittal schmieden.

Aufteilung musste abgesagt werden

Für Thyssen-Krupp hatte das Platzen der Fusion unmittelbare Folgen: Das Management unter Führung von Guido Kerkhoff musste einen Strategieschwenk vornehmen und die geplante Aufteilung des Unternehmens in zwei Gesellschaften absagen.

Thyssen-Krupp: "Schöne Worte für vermeintliche Strategie"

WDR 5 Morgenecho - Kommentar 09.08.2019 02:18 Min. Verfügbar bis 08.08.2020 WDR 5 Von Denise Friese

Download

Stand: 22.08.2019, 10:59