Beschäftigungsgarantie bei Thyssen-Krupp gilt weiter

Beschäftigungsgarantie bei Thyssen-Krupp gilt weiter WDR aktuell 04.12.2019 Verfügbar bis 11.12.2019 WDR Von Viviane-Victoria Waldhausen

Beschäftigungsgarantie bei Thyssen-Krupp gilt weiter

  • Mehrere Tausend Stahlkocher demonstrieren in Duisburg
  • Aufsichtsrat verlängert Beschäftigungsgarantie
  • Sorge um 2.000 Jobs
  • Gewerkschaft fordert Investitionen in Milliardenhöhe

Trotz der Dauerkrise bei Thyssen-Krupp Steel gilt die Beschäftigungsgarantie für die Stahlarbeiter erst einmal weiter. Nach Angaben des Betriebsrats hat das der Aufsichtsrat am Dienstagabend (03.12.2019) versprochen: Die Garantie sollte ursprünglich zum Jahresende auslaufen, werde jetzt aber bis zu sechs Monate verlängert.

Vor der Aufsichtsratssitzung hatten sich Tausende Stahlarbeiter vor der Unternehmenszentrale in Duisburg versammelt. Sie forderten Investitionen in ihre Arbeitsplätze. Der Protest, zu dem die IG Metall aufgerufen hatte, begann symbolisch um 5 vor 12.

Bei der Aufsichtsratssitzung wurde über eine neue Konzernstrategie beraten. "Wir müssen investieren. Und das tun wir auch", teilte der Konzern am Dienstag mit. Allerdings seien die finanziellen Mittel angesichts der wirtschaftlichen Situation begrenzt. Derzeit sind jährliche Investitionen von 570 Millionen Euro geplant. Vorstand und Aufsichtsrat von Thyssenkrupp wollen in den kommenden Wochen ein Zukunftskonzept prüfen und dann über die Investitionshöhe entscheiden.

Stahlarbeiterprotest bei Thyssen-Krupp in Duisburg

Vor einer Aufsichtsratssitzung hatten sich die Stahlkocher zu einer Protestkundgebung versammelt.

Stahlarbeiterprotest bei Thyssen-Krupp in Duisburg

Um fünf vor zwölf hatten die Stahlkocher ihren Protest vor der Unternehmenszentrale in Duisburg begonnen.

Um fünf vor zwölf hatten die Stahlkocher ihren Protest vor der Unternehmenszentrale in Duisburg begonnen.

Die IG Metall hatte zu der Demonstration aufgerufen.

Zum Jahresende läuft der Tarifvertrag "Zukunft Stahl" aus, der die Beschäftigten vor betriebsbedingten Kündigungen schützt.

Die IG Metall kündigte an, für einen neuen Tarifvertrag zu kämpfen.

Neben einer Kundgebung gab es auf der Bühne auch musikalisches Protest-Programm.

Gewerkschaft sieht höheren Investitionsbedarf

Nach Berechnungen der IG Metall sind 1,5 Milliarden Euro an Investitionen nötig, um den Stahlkonzern technologisch wieder konkurrenzfähig zu machen. Lieske: "Wir demonstrieren für die Arbeitsplätze und die Standorte. Ein Sterben auf Raten werden wir nicht zulassen."

"Unsere Zukunft hat ein Herz aus Stahl" und "Stahl hat Zukunft" stand unter anderem auf Transparenten und Plakaten der 6.000 Mitarbeiter, die angesichts der Dauerkrise des Mutterkonzerns um ihre Jobs fürchten.

Das Konzept, über das der Aufsichtsrat am Nachmittag beriet, müsse auch sicherstellen, dass der geplante Abbau von 2.000 Stellen im Stahl ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen werde, sagte der nordrhein-westfälische IG-Metall-Chef Knut Giesler.

Zukunft des Grobblech-Werks ungewiss

Besonders sorgenvoll schauen die Beschäftigten auf das Grobblech-Werk im Duisburger Süden, das nach Angaben des Konzerns nicht mehr rentabel arbeitet. Laut Insidern stehen drei Optionen zur Wahl: Das Werk zu schließen, zu verkaufen oder zu modernisieren. Letzteres fordern Arbeitnehmervertreter schon länger.

Stahlarbeiterdemonstrationen bei Thyssenkrupp Steel

WDR Studios NRW 03.12.2019 00:39 Min. Verfügbar bis 10.12.2019 WDR Online

Mitarbeiter der Aufzugssparte demonstrieren

Am Mittwoch (04.12.2019) demonstrieren in Essen Mitarbeiter der Aufzugssparte von Thyssen-Krupp. Dieser Bereich soll ganz oder teilweise verkauft oder an die Börse gebracht werden.

Stand: 04.12.2019, 04:39

Kommentare zum Thema

18 Kommentare

  • 18 Blechmacher 05.12.2019, 20:41 Uhr

    Seit dem Südamerika Debakel kommt Thyssen Krupp nicht mehr richtig ans laufen! Neue Vorstände,Abfindungen, Pleiten und Pannen, dazu kein schlüssiges Konzept! Am Ende sollen es die Arbeitnehmer ausbaden und die Politik schaut nur zu !? Das einzige was stört, dass scheinen die Arbeitsplätze zu sein - man will ja die Welt retten !

  • 17 Gelsenkirchen TKES 04.12.2019, 23:12 Uhr

    Fehler im Management sind die Ursachen, das ist klar, aber es hilft keinen immer darauf aufmerksam zu machen, wir müssen gemeinsam nach vorne blicken. Ich denke und hoffe zugleich, das der Oliver und der Markus das schon schaffen. Wie bereits im Sommer gesagt: Ich vertraue euch, es kommen auch wieder bessere Zeiten. Danke.

  • 16 Bin Sauer 04.12.2019, 11:58 Uhr

    Die Faseln hier was von CO freiem Stahl bis 2050. Keine Sau weiß ob hier in 2 Jahren noch das Licht brennt. Ich möchte bitte auch was von diesen Drogen.

  • 15 Stahlkocherehefrau 😡 04.12.2019, 11:35 Uhr

    Schön zu hören,das das Breitband in Bochum 2024 dicht macht.Und das nur,weil einige völlig unfähig sind. 😡😡

  • 14 Anonym 04.12.2019, 11:26 Uhr

    Geld in Brasilien und Alabama verbrand durch unfähige Manager und einem unfähigen Vorstandsvorsitzenden noch 6,5 Millionen in den Arsch blasen, der anderthalb Jahre nicht gebacken gekriegt hat. Stramme Leistung

  • 13 Phantom der Opfer 04.12.2019, 11:22 Uhr

    Der Konzern benötig dringend frisches Geld. Dies scheint ja nur durch den Verkauf von Elevater möglich zu sein. Ich muß also hoffen das Kollegen Verkauft werden damit der Rest „vielleicht“ wieder auf die Füße kommt. Ich will aber meine Kollegen nicht verkaufen !!! Danke für nichts ihr Manager (Vollversager)

  • 12 Mittendrin 04.12.2019, 11:13 Uhr

    Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. So sagt man. Schaut man sich die Geschichte von thyssenkrupp (ja, nur so wird der Konzernname aktuell richtig geschrieben) an, gab es bereits viele Kämpfe, Übernahmen, usw. Wird sich auch nicht ändern. Brennende Mülltonnen und Sternenmärsche auf der Brücke der Solidarität wird es in 2019 / 2020 aber nicht mehr geben. Denn so wie man sich zwangsläufig an Anschläge des IS gewöhnt hat, ist der tausendfache Stellenabbau heute auch nicht mehr Reiz genug, um dagegen auf die Strasse zu gehen. Passiert ja so oder so. Siehe Bergbau, siehe Opel, etc. Geil sind aber auch die Manager, die Loyalität der Belegschaft fordern, aber selber vorzeitig den Schwanz einziehen und ne Abfindung mitnehmen. Respekt, wers selber macht! Ach, was reg ich mich eigentlich auf....

  • 11 Stahlkocher 04.12.2019, 09:43 Uhr

    Schade dass die Gewerkschaft selbst die Spaltung von thyssenkrupp fördert. Wieso gibt es keine gemeinsame Aktion mit den Aufzugskollegen? Was ist mit 50% Stellenabbau in der Zentrale? Aufsichtsräte versagen.Vorstände kassieren, Manager blamieren. Arbeitnehmer zahlen die Zeche

  • 10 Anonym 04.12.2019, 08:46 Uhr

    Ich finde es besser , die 1,5 Milliarden in Erneuerung zu investieren, denn sonst bleibt nur noch die Schließung oder die Auslagerung ins Ausland und das wäre ja auch nur eine Schließung auf Raten ! Nicht die kleinen Leute sollten das stemmen sondern die mit Macht und Geld, die nicht darunter zerbrechen!

  • 9 Anonym 03.12.2019, 19:08 Uhr

    Der Laden ThyssenKrupp ist eh am Ende, erst geht Elevator an die Finanzhaie und wird zerlegt, dann wird der Rest veräußert und Thyssen und Krupp sind Geschichte

  • 8 Danlow 03.12.2019, 15:51 Uhr

    Ihr armen Seelen! Wenn wir endlich begreifen würden, dass nicht unsere Arbeitnehmer, Gewerkschafter und die Konzerne die Schuld an dem ganzen Dilemma tragen, dann kämen wir in diesem Land mal wieder vorwärts! Der Markt hat nicht versagt, die Politik hat es. Stichwort: Höchste Strompreise in der EU aufgrund der furchtbaren Energiepolitik. Alles wird schlecht gemacht (Kohle, Atom, Gas), nur die teuren, unzuverlässigen Erneuerbaren nicht. Das Ganze wird mit der CO2-Bepreisung noch schlimmer werden. Energieintensive Industriebetriebe, die auch zuverlässig Strom brauchen wenn der Wind nicht bläst und die Sonne nicht scheint, werden hier nicht mehr zu halten sein. Die Arbeitnehmer und Gewerkschafter sollten auf das Politikversagen als Ursache kommen, stattdessen rufen die Gewerkschaften dazu auf, die "Klimahüpfer" zu unterstützen. Wir Deutschen haben schon eine masochistische Ader...