Aufsichtsrat billigt Umbau von Thyssen-Krupp

Die Thyssen-Krupp-Zentrale in Essen

Aufsichtsrat billigt Umbau von Thyssen-Krupp

  • Unternehmen soll als Ganzes erhalten bleiben
  • Bis zu 6.000 Arbeitsplätze sollen abgebaut werden
  • Profitable Aufzugsparte soll teilweise an die Börse

Der Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp hat grünes Licht für den weitreichenden Umbau des Industriekonzerns und dem damit verbundenen Abbau von bis zu 6.000 Stellen gegeben. Das Kontrollgremium habe einstimmig den Plänen des Vorstands zur grundlegenden Neuausrichtung des Unternehmens zugestimmt, teilte Thyssen-Krupp am Dienstag (21.05.2019) mit.

Der Konzern hat der IG Metall zugesichert, dass betriebsbedingte Kündigungen im Zuge des Umbaus nur die allerletzte Möglichkeit sein sollen. Die Gewerkschaft will aber den kompletten Verzicht auf Entlassungen durchsetzen.

Konzern-Aufspaltung vom Tisch

Bislang wollte Vorstandschef Guido Kerkhoff den finanziell angeschlagenen Konzern in zwei eigenständige Unternehmen für Werkstoffe und Industriegüter aufspalten. Nun soll der Konzern als Ganzes erhalten bleiben, seine Struktur aber deutlich verändern. Um Geld in die leeren Kassen zu bekommen, will Thyssen-Krupp die profitable Aufzugssparte des Konzerns teilweise an die Börse bringen.

Thyssen-Krupp: "Kein guter Tag für Beschäftigte"

WDR 5 Morgenecho - Interview 13.05.2019 06:09 Min. WDR 5

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Das neue Konzept für Thyssen-Krupp mit seinen rund 160.000 Mitarbeitern sieht eine Umwandlung der Konzernzentrale in eine Dachgesellschaft vor. Die einzelnen Sparten des Firmengeflechts aus Stahl, Autoteilen, Fabrikbau, Werften und Aufzügen sollen eigenständiger werden.

Partnerschaften und Teilverkäufe sind nicht ausgeschlossen. Verbunden ist das Konzept mit erheblichen Einsparungen. Kerkhoff will die jährlichen Verwaltungskosten von derzeit 380 Millionen Euro auf unter 200 Millionen Euro halbieren.

Stahl soll weiter Kernbereich bleiben

Auslöser des Strategieschwenks war das Scheitern der Fusion der Stahlsparte von Thyssen-Krupp mit dem indischen Konkurrenten Tata. Kerkhoff hatte die Fusion gestoppt, weil er nicht mehr mit der Zustimmung der EU-Kommission zu dem Bündnis rechnete. Durch den Zusammenschluss wäre Europas zweitgrößter Stahlkonzern entstanden.

Thyssen-Krupp wollte so die Abhängigkeit vom schwankenden Stahlgeschäft verringern, das unter Überkapazitäten und dem Wettbewerbsdruck aus Asien leidet. Jetzt bleibt der Stahl zusammen mit dem Materialhandel ein Kernbereich des Konzerns.

Stand: 21.05.2019, 17:42

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