Ted Herold in Dortmund

Fahrlässigkeit führte zum Tod von Rock'n'Roll-Star Ted Herold

Stand: 23.11.2021, 15:45 Uhr

Ted Herold, der "deutsche Elvis", kam am Samstagabend bei einem Wohnungsbrand in Dortmund zusammen mit seiner Frau ums Leben. Ursache war ein "fahrlässiger Umgang mit offener Flamme", teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit.

Ein Brandsachverständiger habe ausgeschlossen, dass ein technischer Defekt im Bereich einer Stereoanlage ursächlich für das Feuer war, erklärte die Staatsanwaltschaft in Dortmund am Dienstag. Der Brand sei "durch fahrlässiges Verhalten einer der beiden später verstorbenen Personen" ausgelöst worden, etwa mit einer brennenden Zigarette.

Der 79-jährige Musiker und seine 48-jährige Ehefrau waren am Samstag bei dem Wohnungsbrand ums Leben gekommen. Herolds Schwiegereltern, die im Erdgeschoss des Zweifamilienhauses wohnten, waren mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht worden. Sie hatten zuvor noch die Feuerwehr alarmiert.

Brand im Zweifamilienhaus in Berghofen

Nach Angaben der Polizei war dichter Rauch aus der Wohnung in der ersten Etage eines Zweifamilienhauses in Dortmund-Berghofen gedrungen. Das Ehepaar konnte nur noch tot aus seiner Wohnung im ersten Stock geborgen werden.

Eine wechselvolle Geschichte

Als junger Mann hatte Ted Herold in Wetzlar eine Ausbildung zum Elektrotechniker gemacht, später wurde er sogar Handwerksmeister. Parallel dazu begann seine musikalische Karriere.

Die Höhepunkte feierte der "deutsche Elvis" schon Ende der 1950er Jahre. Ted-Herold-Songs wie "Moonlight", "Hula Rock" und "So schön ist nur die allererste Liebe" eroberten die Hitparaden.

Doch der Erfolg war nicht von Dauer, weil sich die Pop-Trends drehten, weil Bands wie die Beatles oder die Rolling Stones bald spannender waren.

Schon die erste Platte wird ein Hit

In den 50ern schwärmte der gebürtige Berliner von Weltstars wie Buddy Holly, Bill Haley und natürlich dem "King of Rock'n'Roll", Elvis Presley. Nachts habe er vor dem Radio gesessen und die Texte mitgeschrieben.

"Den Rhythmus spielen konnte ich im Nu", erinnerte er sich kurz vor seinem 70. Geburtstag. Eine Mitschülerin fand seinen Gesang ganz gut und erzählt ihrem Vater davon: einem Mitarbeiter der Schallplattenfirma Polydor.

Schon die erste Platte "Ich brauch keinen Ring" - ohne sein Wissen unter dem Namen Ted Herold erschienen - fand 100.000 Käufer.

Ted Herold, der "deutsche Elvis", ist tot

Ende der 1950er Jahre war er ein Star - und wurde als der "deutsche Elvis" gefeiert. Jetzt ist der Sänger Ted Herold tot. Er starb am Samstagabend 79-jährig bei einem Wohnungsbrand in Dortmund.

Die 1950er Jahre. Lang sind sie her. Damals eroberten Ted-Herold-Songs wie "Moonlight", "Hula Rock" und "So schön ist nur die allererste Liebe" die Hitparaden im Nu.

Seine großen Vorbilder waren damals Weltstars wie Buddy Holly, Bill Haley und natürlich der "King of Rock'n'Roll", Elvis Presley. Von ihnen sah er sich einiges ab - und landete einen Erfolg nach dem anderen.

Schon mit 16 war Ted Herold, der eigentlich Harald Schubring und in West-Berlin am 9. September 1942 geboren wurde, ein Star.

Auch in späteren Jahren hatte Ted Herold immer wieder Auftritte. Etwa, wenn es darum ging, sich an die 1950er Jahre zu erinnern.

Ted Herold und Peter Kraus, in Jugendzeitschriften der 1950er Jahre war von Rivalität die Rede. Herold wischte das mit dem Hinweis beiseite, dass er und Kraus in verschiedenen Welten lebten.

So ganz der Musik abschwören konnte er nie. In Fernsehshows war er ein gern gesehener Gast.

In der Hitparade war Rock'n'Roll-Sänger Ted Herold ebenfalls zu sehen.

Treffen mit Elvis in der Eisiele

Geboren als Harald Schubring am 9. September 1942 in West-Berlin, gehörte der erst 16-Jährige schnell zu den Stars der noch jungen Republik. Conny Froboess, Freddy Quinn, Bert Kaempfert, Max Greger: Er lernte sie alle kennen.

Nicht auf der Bühne, sondern zufällig in einer Eisdiele begegnete er auch einmal seinem Idol Elvis. In den 50ern waren Eisdielen Treffpunkte der Jugend. Der "King" fragte ihn, ob er auf Deutsch oder Englisch singe - und soll erleichtert gewesen sein, dass Ted keine direkte Konkurrenz war.

Verschiedene Welten und panische Nächte

Immer wieder war indes die Rivalität zwischen Herold und dem als braver geltenden Peter Kraus Thema in den Jugendzeitschriften: "Peter Kraus und ich leben in verschiedenen Welten - das ist bis heute so", sagte Ted Herold einmal.

"1961 war der Rock'n'Roll praktisch tot." Ted Herold,
Rock'n'Roll-Star

Dann kam der Knick. "Die Leute wollten was Neues", resümierte Herold 50 Jahre später. Nun wurde Twist getanzt, dann kamen die Beatles und die Stones. Aber da gab es ja noch Udo Lindenberg.

1977 wollte er den 35-Jährigen mit dem dichten schwarzen Haar für die Platte "Panische Nächte" gewinnen. Herold: "Zuerst hatte ich gar nicht so großen Bock, wieder zu singen." Doch dann sagte er zu und kam wieder ins Gespräch.

Comeback 2016

Der Liebe wegen zog er in den 90er Jahren in die Region Braunschweig. 2016 wohnte er mit seiner zweiten Ehefrau Manuela in Dortmund - und nahm mit Jürgen Weber, Künstlername Lars Vegas, eine Maxi-CD auf. Danach wurde es wieder ruhig um den Rock'n-'Roller der ersten Stunde in Deutschland.