TU Dortmund entwickelt Tabak ohne Nikotin

Anbau nikotinfreier Tabakpflanzen sind in Europa im Freilandanbau verboten

TU Dortmund entwickelt Tabak ohne Nikotin

  • Nikotingehalt nahe der Messbarkeitsgrenze
  • Zuchtverfahren problematisch
  • Beide Entwickler sind Nichtraucher

An der TU Dortmund haben Forscher einen nahezu nikotinfreien Tabak entwickelt. Das gab die Universität am Dienstag (17.09.2019) bekannt. Statt 16 Milligramm hat jedes Gramm Tabak nur noch 0,04 Milligramm. Das entspricht einer Verringerung um den Faktor 400. Drei Jahre brauchten sie dazu.

Interesse bei der Tabakindustrie

Für Dr. Felix Stehle und dessen Kollegin Julia Schachtsiek, die beide an dem Projekt forschten, ist das Interesse der Tabakindustrie an dem neuen Produkt folgerichtig: "Mit nikotinfreien Zigaretten können sich Unternehmen einen zusätzlichen Markt erschließen: Den der Raucher, die aufhören möchten und Menschen, die weiterrauchen möchten, aber eben ohne schädliches Nikotin", erklärt er.

Zuchtverfahren ist problematisch

Bei der Zucht der Tabakpflanzen werden bestimmte Gene vorübergehend verändert. Deshalb gilt das Verfahren in Europa als problematisch. Nach einem EU-Urteil aus dem Jahre 2018 dürfen solche Pflanzen nicht im freien Anbau gezüchtet werden. Aus diesem Grund sieht der Wissenschaftler den Markt nicht in Europa, sondern eher in Übersee.

Beide Entwickler sind Nichtraucher

Stehle ist übrigens seit rund sieben Jahren Nichtraucher. Seine Kollegin Julia Schachtsiek hat erst gar nicht mit dem Rauchen angefangen. Bei der Messe Intertabac am Sonntag (22.09.2019) in Dortmund stellen sie ihre Innovation vor.

Stand: 17.09.2019, 14:08