Suchtklinik in Dortmund-Hacheney geplant

Parkplatz auf dem ab 2020 eine neue Suchtklinik gebaut werden soll

Suchtklinik in Dortmund-Hacheney geplant

  • Therapie-Plätze für Alkoholiker, Medikamenten-Abhängige und Glücksspiel-Süchtige
  • Neubau in Dortmund-Hacheney für 40 Millionen Euro
  • Stadt erwartet Proteste von Anwohnerinnen und Anwohnern

Die Johannesbad-Gruppe betreibt schon seit 50 Jahren Suchtkliniken. Und doch ist die Ansiedlung in einer Großstadt wie Dortmund etwas Neues. Bisher wurden Süchtige vorzugsweise auf dem Land behandelt. Chefarzt Dr. Dieter Geyer hält das Konzept aber für überholt: „Inzwischen erkennen wir, dass die Re-Integration ins normale Leben besser klappt, wenn eine Klinik dort steht, wo große Arbeitgeber sind.“

Klinikverlegung von Bad Fredeburg nach Dortmund

Deshalb hat sich die Klinikgruppe entschieden, ihre Einrichtung aus dem sauerländischen Bad Fredeberg nach Dortmund zu verlagern. Dass diese Standortwahl Zündstoff in sich bergen könnte, ist Geyer bewusst. Er wird wiederholt deshalb bei der Vorstellung des Projektes mehrfach, dass nur Süchtige behandelt würden, die bereits entgiftet sind und freiwillig in eine Entzugsklinik gehen: “Wir behandeln Alkoholiker, Abhängige von Cannabis und Medikamenten, Mehrfach-Abhängige und Glückspieler.“

100 neue Jobs in der Gesundheitsbranche

Für Dortmunds Wirtschaftsförderer Thomas Westphal ist die Ansiedlung ein großer Wurf. Ein Klinikunternehmen investiert 40 Millionen Euro in einen Neubau auf dem Gelände des Berufsförderungswerkes in Dortmund-Hacheney. Und schafft dabei 100 zum Teil hoch qualifizierte Arbeitsplätze beispielsweise für Mediziner. „Schon heute ist die Gesundheitsbranche mit 40.000 Jobs eine der wichtigsten Branchen in Dortmund“.

Stadt will Bürgerinnen und Bürger informieren

Die Stadt ahnt offenbar, dass diese Ansiedlung nicht ohne Widerstände ablaufen wird. Sie hat deshalb zur Vorstellung des Projektes Bezirksbürgermeister Sascha Hillgeris eingeladen. „Es ist wichtig, dass wir die Menschen mitnehmen“, betont der SPD-Politiker. Die Anwohner hätten aber auch den Eindruck gehabt, dass sie durch eine Asylbewerber-Unterkunft ohnehin stark belastet gewesen wären.

Info-Veranstaltung im Juli geplant

Um den Kritikern entgegen zu kommen, will die Stadt auf die Bürgerinnen und Bürgern im Stadtteil zugehen. Am 9. Juli sollen die Anwohner in einer großen Versammlung über den geplanten Neubau informiert werden. Schon im kommenden Jahr soll mit dem Neubau begonnen werden; die ersten Patienten könnten dann 2022 behandelt werden.

Stand: 28.05.2019, 14:37