Bochumer Notärzte fahren oft in arme Stadtviertel

Rettungsdienst

Bochumer Notärzte fahren oft in arme Stadtviertel

Von Dirk Groß-Langenhoff

  • Hohe Arbeitslosigkeit = viele Notarzteinsätze
  • Forscher selbst überrascht über Ergebnis der Studie
  • Grund: Zukunftsängste und ungesunde Ernährung

Notärzte in Bochum müssen häufiger in Wohngebiete mit hoher Arbeitslosigkeit ausrücken. Das ist das Ergebnis einer Studie der Ruhr-Universität Bochum und des Robert-Koch-Instituts, die am Freitag (26.01.2018) veröffentlicht wurde. Die Forscher haben rund 12.000 Notarzteinsätze aus den Jahren 2014 und 2015 analysiert.

Erste Studie seit zehn Jahren

Besonders fallen bei diesen Einsätzen nach Angaben der Ruhr-Universität Herz- und Lungenerkrankungen sowie Schlaganfälle auf. "Es zeigte sich, dass die notärztliche Einsatzrate in sozial benachteiligten Stadtteilen signifikant erhöht ist", sagt Christoph Hanefeld als Leiter der Studie.

In den vergangenen zehn Jahren hat es nach Angaben der Ruhr-Universität keine Studie gegeben, die einen Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und der Häufigkeit der Notarzteinsätze hergestellt hat. Die Forscher waren selbst überrascht, wie eng dieser Zusammenhang ist.

Ungesunde Lebensweise als Ursache

Als Gründe für die häufigen Notarzteinsätze in Vierteln mit besonders hoher Arbeitslosigkeit nehmen die Wissenschaftler Stress durch Zukunftsängste und eine daraus resultierende ungesunde Ernährung sowie erhöhten Alkohol- und Tabakkonsum an. Sie sind sich einig, dass unbedingt erforscht werden muss, wie sich dies verbessern lässt.

Stand: 26.01.2018, 11:10