Ärger um Corona-Maßnahmen-Gegner an der Uni Dortmund

Fabian Günther mit Schutzmaske in einer Gruppe auf Corona-Gegner-Demo

Ärger um Corona-Maßnahmen-Gegner an der Uni Dortmund

Von Christof Voigt

Die Studierendenvertretung (AStA) der TU Dortmund hat sich über einen wissenschaftlichen Mitarbeiter beschwert. Der Mann hatte auf einer Demo vor Corona-Maßnahmen-Gegnern gesprochen.

Dabei soll er mit seiner Position an der Universität Dortmund geworben und seinen Aussagen so einen wissenschaftlichen Anstrich gegeben haben. Es geht um Fabian Günther, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kunststofftechnologie. Der Mann engagiert sich seit Monaten in der Szene der Corona-Maßnahmen-Gegner.

PR für Pharmaindustrie?

Bei einer Veranstaltung Ende Juni (27.06.2020) hielt er eine lange Rede. Dabei stellte er sich als Mitarbeiter der Dortmunder Universität vor. In seiner Rede leugnete er zwar nicht, dass es den Corona-Virus gibt. Aber für ihn ist die Corona-Pandemie eine PR-Show - unter anderem inszeniert von den etablierten Medien, die er "Systempresse" nennt. Einziges Ziel dieser Show seien möglichst hohe Gewinne für die Pharmaindustrie.

AStA distanziert sich von Aussagen

Der Allgemeine Studierendenausschuss der Dortmunder Universität verurteilt diesen Auftritt "zutiefst". In einer Pressemitteilung schreiben die Studenten unter anderem: "Der Mitarbeitende Fabian G. tritt nicht als Privatperson, sondern als Teil der TU Dortmund auf, was dazu führt, dass die Universität mit Verschwörungsideologien und teils rechten Äußerungen in Verbindungen gebracht wird. Dies ist nicht mit der Aufgabe einer wissenschaftlichen Einrichtung, wie sie die TU Dortmund ist, zu vereinbaren."

Was sagt der TU-Mitarbeiter zu der Kritik?

Auf einer Demonstration von Corona-Maßnahmen-Gegnern am vergangenen Sonntag (18.10.2020) konnte WDR-Lokalzeit-Reporter Christof Voigt mit Fabian Günther über die Vorwürfe reden. Er sagte, dass es nicht seine Absicht war, dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität aufzutreten. Er habe sich dort lediglich vorstellen wollen, damit die Teilnehmer ihn kennenlernen können und dann eine allgemeine Kritik an der Wissenschaft geäußert.

Die wiederholte er in Teilen auch am Sonntag im Gespräch mit dem WDR. Für ihn seien die Maßnahmen gegen die Pandemie extrem unverhältnismäßig. Zahlen wie etwa der Inzidenzwert, seien aus der Luft gegriffen, sagt Günther. Der Wert sei erst im Sommer "ins Leben gerufen" worden und entbehre "vieler wissenschaftlicher Grundlagen".

Gespräch zwischen TU und Mitarbeiter

Die TU Dortmund hat auf die Kritik ihrer Studenten reagiert. Man habe Kontakt zu dem Mitarbeiter aufgenommen und deutlich gemacht, "dass er sich in diesen Kontexten nicht für die TU Dortmund äußern darf", sagt Pressesprecherin Eva Prost. Außerdem habe es ein Gespräch zwischen dem Mitarbeiter und dem AStA gegeben. Dort habe es Fabian Günther "rückwirkend als Fehler bezeichnet, die TU Dortmund überhaupt in seiner Vorstellung als Arbeitgeber genannt zu haben."          

Ärger um Corona-Maßnahmen-Gegner an der Uni Dortmund 03:29 Min. Verfügbar bis 21.10.2021 Von Christof Voigt, Lokalzeit aus Dortmund

Stand: 21.10.2020, 08:50