Tomaten-Gewächshaus XXL: Streit in Oer-Erkenschwick

Tomatenpflanzen in einem Gewächshaus

Tomaten-Gewächshaus XXL: Streit in Oer-Erkenschwick

Auf dem Stadtgebiet soll ein riesiges Tomaten-Gewächshaus entstehen, groß wie 14 Fußballfelder. Mit einem Bürgerbegehren will eine Bürgerinitiative das verhindern.

Der Rat hat es längst mit großer Mehrheit beschlossen: Auf dem Gelände eines ehemaligen Bergwerkes will ein Investor ein Treibhaus bauen für Tomaten, die dann in Nordrhein-Westfalen verkauft werden. Die nötige Wärme soll auch im Winter ein nahe gelegenes Grubengaskraftwerk liefern. Der Plan sieht mindestens 100 neue Arbeitsplätze vor, die meisten für ungelernte oder angelernte Kräfte.

Grundsätzlich eine gute Idee

Ein großes Gewächshaus von der Luft aus fotografiert.

Vorbild für das geplante Gewächshaus ist ein Riesentreibhaus in Sachsen-Anhalt

Auch die Bürgerinitiative findet die Idee der regionalen Produktion und Vermarktung von Gemüse gut. Allerdings nicht an dieser Stelle. Seit Jahrzehnten holt sich die Natur das ehemalige Zechen- und Kokereigelände zurück. Die Bäume, Sträucher und Wiesen dort seien gut fürs Stadtklima und für Vögel und Insekten, die auf dem Gelände einen Lebensraum gefunden haben.

Ausgleichsflächen weit weg

Die Kritiker bemängeln außerdem, dass die geplanten Flächen für Ausgleichspflanzungen nicht zusammenhängen wie die Zechenbrache, sondern zerstückelt und weit weg sind. Alle Fraktionen bis auf die Grünen haben im Rat den Gewächshaus-Plänen zugestimmt. Jetzt prüft die Bürgerinitiative, ob sie mit einem Bürgerbegehren den Bau des riesigen Tomatentreibhauses noch verhindern kann.

Stand: 12.10.2020, 16:45