Dieselfahrverbot: Streit um Fahrradstraße in Essen

Dieselfahrverbot

Dieselfahrverbot: Streit um Fahrradstraße in Essen

  • Streit um Rüttenscheider Straße
  • Vergleich droht zu scheitern
  • Stadt arbeitet an Lösung

Die Deutsche Umwelthilfe und die Stadt Essen streiten immer noch darüber, wie die Luft in der Stadt besser werden soll. Seit Montag (30.03.2020) liegt der neue Luftreinhalteplan öffentlich aus – bei dem es um verschiedene Maßnahmen geht. Das wird von der Deutschen Umwelthilfe kritisch beobachtet.  

Vergleich soll Dieselfahrverbot verhindern

Die Deutsche Umwelthilfe, die Stadt Essen und das Land NRW hatten im Dezember 2019 einen Vergleich geschlossen. Der beinhaltete 50 Maßnahmen, um die Luftqualität in Essen zu verbessern. Damit sollte ein weitgreifendes Dieselfahrverbot in der Stadt verhindert werden.

Ein Punkt des Vergleichs war, die Einrichtung von deutlich mehr Fahrradstraßen. Eine solche Fahrradstraße soll die Rüttenscheider Straße werden. Um sie für Radfahrer attraktiver zu machen, schlagen Verkehrsplaner sogenannte "Modalsperren" vor. Das sind Maßnahmen, die den Autoverkehr verlangsamen und verringern. Also zum Beispiel eine Einbahnstraßenregelung, die auch gleich mehr Platz für die Radfahrer bringen könnte.

Das ist aber bei Einzelhändlern umstritten, weil sie Einnahmeneinbußen befürchten. Die Deutsche Umwelthilfe sagt, diese Angst sei unbegründet, weil ähnliche Fahrradstraßen-Modelle in anderen Städte zu einer höheren Aufenthaltsqualität für Einkäufer geführt haben.

Die Befürchtung vieler Radfahrer ist nun, dass die Stadt Essen zwar eine Fahrradstraße einrichtet, diese aber weiterhin stark befahren wird. Außerdem würde das auch nicht zur Verbesserung der Luft beitragen, moniert die Deutsche Umwelthilfe.

Umweltschützer wollen Vergleich scheitern lassen

Die Umweltschützer sagten dem WDR, dass sie sich bereits bei der Stadt Essen beschwert hätten. Ein Antwortschreiben sei in Arbeit, heißt es von der Stadt.

In einer früheren Version des Textes hieß es, dass die Rüttenscheider Straße ursprünglich zu einer reinen Fahrradstraße ohne Autoverkehr werden sollte und die Stadt nun doch Autos zulassen wolle. Das stimmt so nicht.

Stand: 30.03.2020, 20:03